D ie erfolgreichste deutsche TV-Serie: Die dritte Staffel sahen 2014 durchschnittlich 6,52 Millionen Zuschauer. 2011 nahm das Team den Jupiter Award entgegen (Beste TV-Serie Deutschlands). Nominierungen zum Deutschen Fernsehpreis und für den Grimmepreis runden die Erfolgsgeschichte ab.
Danach gab es noch einen Fernsehfilm (»Ein Mord mit Aussicht«, 2015) - und eine lange »kreative Pause«.

Die Fans waren untröstlich und organisierten Petitionen an den WDR über die sozialen Medien - mit Erfolg. Eine Neuauflage mit neuen Protagonisten (u.a. Katharina Wackernagel als Kommissarin Marie Gabler) und alter Location (»Hengasch«) wird ab 2022 in der ARD ausgestrahlt.

Und so fing alles an:

Eigentlich hatte sich Sophie Haas (Caroline Peters) schon darauf gefreut, endlich zur Leiterin des Kölner Morddezernats befördert zu werden. Doch statt die Karriereleiter hinaufzusteigen, wird sie völlig überraschend ins fiktive Provinznest Hengasch versetzt, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, und Mord und Totschlag weit und breit nicht in Sicht sind. So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Doch hinter der heilen Fassade der verschlafenen Eifel-Gemeinde tun sich schon bald Abgründe auf, die der ehrgeizigen Großstadt-Kommissarin genug Futter liefern, um in ihrem Job nicht hinter dem Schreibtisch zu versauern.

Zusammen mit ihren eher behäbigen Polizeikollegen Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel) und Bärbel Schmied (Meike Droste) geht sie im ländlichen Milieu auf Verbrecherjagd und klärt die Fälle mit kühler Taktik und frechen Methoden. Die Serie lebt von ihren liebevoll gezeichneten skurrilen Charakteren, und durch die gezielt eingesetzte Reduzierung des Tempos an bestimmten Stellen bekommt so manche Szene einen ganz besonderen Witz.
Als die Dorfpolizisten bei einem Verbrechen an den „nahezu perfekten Mord“ glauben, schränkt das den Kreis ihrer Verdächtigen sofort ein. „Was sagt uns das über den Täter? – Er kommt nicht von hier.“

Zitate

• „Im Eifelort Hengasch zu ermitteln ist keine Freude. Dabei zuzuschauen, wie Kommissarin Sophie Haas ihr Schicksal im schwärzesten Winkel von Nordrhein-Westfalen meistert, schon. Die ARD-Serie ‚Mord mit Aussicht‘ zelebriert eine Komik der Zeitlupe.“

• „Lokalkolorit, schillernde Figurenkonstellationen und großartiger Slapstick machen ‚Mord mit Aussicht‘ zu einer der besten deutschen Serien. Etwas Vergleichbares haben weder HBO noch die BBC zu bieten.
- beide FAZ -

Bewertung:   8,1/10  IMDb

Drehort

Die Dreharbeiten fanden zum Teil in Kallmuth in der Eifel statt. Dort wurden vor allem die Außenaufnahmen rund um das Polizeirevier gedreht, das Set des Reviers wurde im Saal des Bürgerhauses aufgebaut. Der Turm der Kallmuther Kirche St. Georg ist im Vorspann der Serie zu sehen. In der ersten Staffel wurde für Ortsansichten aus der Ferne auch wiederholt auf Scheven, einem Nachbarort von Kallmuth, zurückgegriffen.

Im Sommer 2007 berichtet der Kölner Stadtanzeiger über die Dreharbeiten:
»Was macht ein Eifeler Landwirt, wenn in seinem Heimatdorf ein Film gedreht wird? Er steigt einfach auf seinen Traktor und spielt mit. So wie Christoph Niessen aus Kallmuth, der als „Bauer Markus“ eine respektable Nebenrolle in der Krimiserie „Mord mit Aussicht“ spielt.
Heike Schwarzbach ist die Producerin. Sie erzählte, wie die Filmleute auf das Eifeldorf als Drehort gestoßen sind. „Unsere »Location Scouts« haben lange nach einem geeigneten Ort gesucht“, so Schwarzbach: „Zuerst um Köln herum bis Mechernich - aber es war einfach nicht das Richtige dabei. Erst als TV-Leute den Kreis ein wenig weiter zogen, fanden sie das passende Dorf: klein und idyllisch, mit genau dem richtigen Flair.“


*** Kallmuth ***

ist ein Ortsteil von Mechernich im Kreis Euskirchen und hat 350 Einwohner. Kallmuth ist reich an Funden aus der Römerzeit, darunter der "Klausbrunnen". Es handelt sich um eine Quellfassung der römischen Eifelwasserleitung, die der Versorgung der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, des antiken Köln diente.

Kallmuth Panorama

Bereits 1285 wird ein Ritter von Kallmuth in einer Urkunde genannt. In der frühen Neuzeit besaß die adlige Familie von Fremersdorf die Burg Kallmuth. Das Burghaus aus dem späten Mittelalter steht auf noch älteren Fundamenten und Kellergewölben. Man betritt das Gebäude, das einen Stufengiebel hat, durch ein Rundbogenportal. Burg und Dorfbrunnenanlage sind wiederhergestellt. Die Burg ist heute in Privatbesitz und zu einer Wohnanlage ausgebaut worden.

Die Burg liegt unmittelbar neben dem Turm der Kirche St. Georg. Sie stammt aus den Jahren 1888/89 und hat einen Turm, der im 13. Jahrhundert errichtet wurde.

Oberhalb des Ortes erhebt sich der Kallmuther Berg, die letzte Stelle, an der bis zur Schließung des Mechernicher Bergwerks im Jahr 1957 noch (Blei-)Erz abgebaut wurde. Daran erinnern der Malakow-Turm, ein imposantes Gebäude aus dickem Ziegelmauerwerk, der als Förderschacht angelegt war.

Krimi-Serie • Komödie

WDR  seit 2007

TV-Trailer


Interview mit Hauptdarstellerin Caroline Peters