E in Erdbeben erschüttert den fiktiven Eifelort Lorchheim, im nahegelegenen See kommt ein Schwimmer durch eine Gasblase ums Leben, und auf der Weide fällt eine ganze Schafherde tot um.
Alle Vorzeichen für einen (regionalen) Weltuntergang sind da, aber an einen unmittelbar drohenden Vulkanausbruch will zunächst nur die attraktive Geologie-Doktorandin Daniela Eisenach (Yvonne Catterfeld) glauben.
Die Topliga der deutschen Filmschauspieler - darunter Heiner Lauterbach, Katharina Wackernagel, Matthias Koeberlin, Katja Riemann, Christian Redl und Achim Rohde - hat zunächst mit ganz anderen menschlichen Problemen zu kämpfen.
Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf...

Vulkan

Vulkanologen, die von RTL als wissenschaftliche Berater angeheuert wurden, halten einen erneuten Vulkanausbruch in der Region für durchaus möglich. Nicht unbedingt in der unmittelbaren Zukunft und nicht zur besten Sendezeit, aber man muss schließlich in erdgeschichtlichen Dimensionen denken:
In ein paar tausend Jahren kann es wieder soweit sein!
Tatsächlich wurden nach der Ausstrahlung von "Vulkan" eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Dokumentationen gesendet - überwiegen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - die das RTL-Szenario bestätigen.

Dreharbeiten

Die bis dato teuerste RTL-Eigenproduktion - über 9 Millionen Euro soll der Katastrophenfilm "Vulkan" verschlungen haben, davon allein 1 Million für die Computeranimation - war gleichzeitig eine Eifel-Produktion:
Die Landschaftsaufnahmen wurden überwiegend rund um den Laacher See gedreht, in dem es tatsächlich brodelt. Als Kulisse für das fiktive Lorchheim diente die Stadt Bad Münstereifel, in der sich der Großteil der menschlichen Tragödien abspielt - eben wie im wahren Leben.
Der Felsenkeller liegt in Mendig 5 km südlich vom Laacher See, sein Eingangsbereich befindet sich allerdings ebenfalls in Bad Münstereifel. Die Szenen im Konferenzraum entstanden in einem Luftschutzbunker in Stuttgart, wobei der Eingang des Bunkers der ehemalige Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist.
Alle Seeszenen wurden am Pulvermaar bei Gillenfeld gedreht. Bei der aus der Luft zu sehenden Burg handelt es sich um eine der Manderscheider Burgen.

Ein Gerücht während der Dreharbeiten hat sich jedenfalls nicht bestätigt: In der Schlussblende des Films werde der leibhaftige Heino wie Phönix aus der Münstereifler Asche erscheinen - mit Torte, Gitarre und Sonnenbrille.

Vulkan Dreharbeiten

Filmkritik

• „Vulkan“ sprengt den Rahmen des (im Genre-Rahmen) zu Erwartenden. Die Dreiecksgeschichte wird nicht ausgespielt, und auch das Ende hält eine besondere Überraschung parat:
Die größten Schweine überleben und andere, von denen man es nicht erwartet hätte, müssen ins Gras beißen. So ist es ja oft auch im wirklichen Leben.

Rainer Tittelbach

• Jenseits der visuellen Effekte ist «Vulkan» dramaturgisch gesehen oft eher mau. Doch Emotionen gibt es massenhaft, wenn auch manchmal etwas arg abgedroschen dargestellt.
Einen durchaus hohen Unterhaltungswert kann man dem Zweiteiler von Regisseur Uwe Janson jedoch beim besten Willen nicht absprechen.

Julian Miller, Quotenmeter

• Der „Vulkan“ mit Heiner Lauterbach, Armin Rohde und Yvonne Catterfeld ist die sehr deutsche Antwort auf Amerikas Katastrophenfilme: tricktechnisch zwar brillant, das Drehbuch aber verstimmt doch sehr.
Mathias Hannemann, FAZ

Bewertung:   4,9/10  IMDb


*** Bad Münstereifel ***

Kneippheilbad mit mittelalterlichem Ambiente, lebte jahrzehntelang gut von Tagestouristen aus dem Rheinland, vor allem aber von den Kurgästen, die von den Krankenkassen zuverlässig und in steigender Anzahl für Reha-Maßnahmen überwiesen wurden.
Nach diversen Gesundheitsreformen und den damit verbundenen Sparmaßnahmen hatte die Stadt seit den achtziger Jahren mit einem starken Rückgang des Kurbetriebs zu kämpfen. Den konnten auch die Busladungen meist weiblicher Heino-Fans nicht wettmachen, die im Café des bekanntesten Einwohners der Kurstadt mit Haselnusstorte abgefüllt wurden.

Bad Münstereifel

Es wurde also Zeit, ein neues Geschäftsmodell zu erfinden, und die ortsansässigen Geschäftsleute haben es geschafft: Auf ihre Initiative hin entstand seit August 2014 in Bad Münstereifel Deutschlands erstes »City Outlet Center«.
Viele kleine Läden in den historischen Gebäuden bieten nun hochwertige und stark im Preis reduzierte Modeartikel und Accessoires an. Und dieses ungewöhnliche Einkaufserlebnis in romantischer Kulisse zieht jährlich 1 Million Shopping-Touristen an.

Auch ohne Shopping-Erlebnis zog es bereits in der Frühzeit die Menschen auf den in der Nähe gelegenen Michelsberg, der zweithöchsten Erhebung des Ahrgebirges. Zahlreiche Funde belegen, dass bereits in der Mittelsteinzeit (9.600 bis 4.500 v. Chr.) Menschen als Jäger und Sammler in dieser Gegend lebten. Die prähistorischen Artefakte befinden sich im Hürten-Museum in Bad Münstereifel.

Ein paar Kilometer weiter auf dem Effelsberg steht das am 12. Mai 1971 eingeweihte Radioteleskop, eines der beiden größten vollbeweglichen Radioteleskope der Erde, das auch besichtigt werden kann.

Laacher See

Was brodelt denn da?

Obwohl der Laacher See oft als „das größte Maar der Vulkaneifel“ bezeichnet wird, ist er geologisch gesehen eine wassergefüllte Caldera (die einzige in Mitteleuropa) – ein mehr oder weniger kreisrundes Becken, das durch das Absacken der Decke der entleerten Magmakammer unterhalb des Vulkans entstanden ist. Im Laufe der Zeit kann sich ein solcher Kessel mit Wasser füllen.

Der letzte Ausbruch des Vulkans fand etwa im Jahr 10.930 v. Chr. statt, die älteren unter den Lesern werden sich noch erinnern. Er dauerte nur wenige Tage, schleuderte dabei aber soviel vulkanische Asche und Bims aus, dass die Gegend bis ins Rheintal mit einer bis zu sieben Meter dicken Schicht bedeckt wurde.

Bewertung:   4,2/5  Tripadvisor