I n den sechziger Jahren galt Köln als das "Chicago am Rhein" - nicht nur eine Karnevalshochburg, sondern auch eine Hochburg des Verbrechens.
Unterweltgrößen wie "Dumm'se Tünn" oder "Schäfers Nas" wurden zu lokalen Berühmtheiten und lieferten den Kölner Boulevardblättern regelmäßig auflagenträchtige Schlagzeilen.

Eine solche Steilvorlage haben die Fernsehsender natürlich gerne im Serienformat aufgegriffen:
Auf Sat.1 lief zwischen 1999 und 2006 "SK Kölsch", der vom WDR produzierte Köln-Tatort im Ersten startete bereits zwei Jahre früher.
Da konnte auch das ZDF nicht abseits stehen – die SOKO Köln hat es inzwischen auf über 400 Folgen gebracht, und ein Ende ist nicht abzusehen...

Kölscher Klüngel

Mit Witz und oft unter hartem Einsatz ermittelt die SOKO Köln in der Domstadt. Ihre Fälle bringen sie dabei vom kölschen Klüngel bis zu den Reihenhaussiedlungen am Stadtrand in vielfältige Milieus. Start der ersten Staffel mit 21 Folgen war im Jahr 2003. Ein Team von Kriminalkommissaren löst in und um Köln Fälle der unterschiedlichsten Art. Neben Mordfällen kümmern sich die Ermittler außerdem um Verbrechen im Rotlichtmilieu.
Mittelpunkt des Sondereinsatzkommandos ist die Kriminalkommissarin Alexandra Gebhardt, die allerdings im Serienverlauf durch ihre Kollegin Vanessa Haas ersetzt wird. Neben den eigentlichen Fällen behandelt die Serie zudem das Privatleben der Polizisten.

Dreharbeiten

Die Außenaufnahme der Serie werden fast ausschließlich in Köln gedreht, der Titel verlangt schließlich nach einem hohen Wiedererkennungswert. Die Regie begnügt sich also nicht damit, ab und an den Dom in den Hintergrund zu schieben, sondern zeigt viele Gebäude, Straßen und Plätze der Stadt.
Aber auch die nähere Umgebung bekommt bisweilen Besuch von der SOKO, die Kreisstadt Euskirchen in den Jahren 2013 und 2019.
So weht im August 2013 Flatterband rund um das ehemalige Pfarrhaus in Euskirchen-Kirchheim. Im Garten liegt die Leiche eines Mädchens; vermutlich wurde sie mit einem Ast erschlagen. Die Kriminalhauptkommissare Karin Reuter und Matti Wagner der SOKO Köln haben die Ermittlungen aufgenommen.
Gedreht wird zudem auf einem großen Anwesen an der Geschwister-Burch-Straße unter der Verantwortung der Network-Movie-Film- und Fernsehproduktion aus Köln.
Einige Szenen für die Folge „Tod eines Elefanten“ werden 2019 in einem Bungalow an der Boener Straße aufgezeichnet. Die Pausen zwischen den einzelnen Drehs verbringt das Team mit den Schauspielern unter anderem im Forum St. Matthias an der Gottfried-Disse-Straße und lässt sich kulinarisch vom Catering-Service verwöhnen.

Filmkritik

• Eine feine Krimi-Staffel, mit gut durchdachter Handlung und ansprechenden Schauspielern. Einen Punkt Abzug gebe ich für die "Gags", die einfach sooo konstruiert wirken.
Gernot B.

• Die zweite Box von Soko Köln kann mit vielen starken Folgen überzeugen, auch wenn einige von den 19 Folgen der vierten Staffel nur mäßig gelungen sind und nur wenig Spannung aufkommen lassen.
Poldi

• Auch wenn diese Folge ein paar Längen aufweist, ist Regisseur Michael Schneider ein packender Polizeifilm gelungen, der einen durchaus realistischen Alltag von Kriminalbeamten schildert.
Prisma

Bewertung:   5,4/10  IMDb


*** Euskirchen ***

Die Kreisstadt am Rand der Nordeifel mit annähernd 60.000 Einwohnern war bis Anfang der sechziger Jahre ein Zentrum der Textilindustrie. In der ehemaligen Tuchfabrik Müller - nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Industriemuseum wieder zum Leben erweckt – sieht es so aus, als hätten die Arbeiter gerade erst die Maschinen verlassen.
Stolz ist man in Euskirchen auch auf das eigene Stadtmuseum, das zu einer Zeitreise von den Römern bis ins 21. Jahrhundert einlädt und die historische Stadtmauer baulich integriert.

Historisch interessierte Besucher freuen sich über insgesamt zwölf (Wasser-)Burgen im Stadtgebiet, die auf der 45 Kilometer langen Euskirchener Burgenrunde von außen besichtigt werden können.

Karibik-Feeling in Euskirchen: Ein Becken umrandet mit mehr als 500 Palmen, eine Sauna mit Blick auf ein Riesenaquarium, das Dach zirka 200 Tonnen schwer, bei schönem Wetter geöffnet, auf einer Fläche von 18.000 qm, umhüllt von einem regelrechten Glaspalast.
Mit diesen Superlativen eröffnete Ende 2015 eines der größten Spaßbäder Europas. Die Kosten von annähernd 60 Mil. Euro stemmte der Investor der "Thermen und Badewelt" Josef Wund, der vergleichbare Anlagen bereits erfolgreich in Süddeutschland betreibt.

Bewertung:   4,2/5  Tripadvisor

Krimi-Serie

ZDF  2013