» Im Namen Gottes – mach die Tür auf…«
Tiuri, der Schildknappe, muss eine Entscheidung treffen: Soll er nicht lieber das Klopfen ignorieren, um seinen Ritterschlag nicht zu gefährden?

Es ist klar, was passiert - echte Helden sind neugierig und können einer netten Versuchung schlecht widerstehen.
Vor der Kapelle findet er einen verwundeten Mann, der ihn anfleht, seinem Herrn, dem Ritter Edwinems, einen Brief von höchster Bedeutung zu überbringen.
Reisen bildet, sagt sich Tiuri, und und packt seinen Beutel - nur um bald feststellen, dass Edwinem Opfer eines feigen Hinterhalts wurde. Nun muss sich der junge Bursche auf die weite und beschwerliche Reise zum König des Nachbarlandes begeben. Scheitert seine Mission, wird großes Unheil über beide Länder hereinbrechen …

Bestseller und Kinoflop

Das Buch zum Film, veröffentlicht 1962 von der niederländischen Autorin Tonke Dragt, wurde auf Anhieb zu einem Bestseller und zum "Besten Jugendbuch des Jahres" gewählt. Der Ritterroman war aber auch international sehr erfolgreich, allein in Deutschland wurden mehr als 400.000 Exemplane verkauft.
Für den Regisseur Pieter Verhoeff ist "Der Brief für den König" ein ganz persönliches Lieblingsbuch, das er verschiedenen Produzenten zur Verfilmung anbot. Schließlich ist der Held eine Art holländischer Robin Hood.

Mit knapp sieben Millionen Euro lässt sich ein Mittelalterepos natürlich nicht sonderlich bildgewaltig umsetzen. Viele erwarten bei einem solchen Stoff heute Stunts, Action und Special Effects - und wurden enttäuscht.
Tatsächlich spielte der Film an den Kinokassen nur gut ein Drittel seiner Produktionskosten ein. Von diesem finanziellen Debakel ließ sich Netflix nicht abschrecken und legte den Stoff 2020 für eine sechsteilige Fantasy-Serie neu auf.
Die Aufnahmen dazu entstanden teils in Neuseeland - "Der Herr der Ringe" lässt grüßen!

Dreharbeiten

Wie es sich für eine internationale Filmproduktion gehört, sucht sich der Regisseur passende Filmsets in aller Herren Länder. Das schraubt zwar einerseits die Reisekosten in die Höhe, erlaubt aber andererseits, Zuschüsse diverser regionaler und nationaler Filmförderungsboards abzugreifen - eine klassische Mischkalkulation!

"Der Brief für den König" macht die keine Ausnahme, der Film ist ja auch eine Art "Roadmovie" - unser jugendliche Held ist ständig auf Achse, um seinen Verfolgern zu entrinnen.
Drehorte finden sich in halb Europa, von den schottischen Highlands im Norden über Belgien und Luxemburg bis nach Carcassonne im Südwesten Frankreichs. Die meisten Szenen wurden aber in Deutschland abgedreht, so zum Beispiel auf der Wartburg bei Eisenach, in Rothenburg, Mittenwald und Creuzburg.
In der Teufelsschlucht bei Irrel (Südeifel) wird Tiuri von Straßenräubern überfallen, danach versteckt er sich vor den grauen Rittern. Ja, die Straßen waren seinerzeit ziemlich unsicher...

Filmkritik

• Adaption eines niederländischen Jugendbuch-Klassikers, die geradlinig und schnörkellos eine spannende Reise- und Initiationsgeschichte erzählt, wobei äußerliche Schauwerte zugunsten liebenswerter Menschlichkeit zurücktreten.
Lexikon der internationalen Films

• „Der Brief für den König“ hat das Herz am rechten Fleck und weiß schauspielerisch zu überzeugen. Das Drehbuch deckt zwar alle wichtigen Punkte der literarischen Vorlage ab, hätte um einer runden filmischen Erzählung willen gerne mehr überspringen dürfen. Gerade jüngeren Zuschauern ist der Film aber durchaus zu empfehlen.
Film-Rezensionen

• Entwaffnend schlicht ist dieser Film, geradezu freundlich und unschuldig im Verhältnis zu teuren Hollywood-Spektakeln.
"Der Brief für den König" wird eher die Unter-Zwölfjährigen faszinieren, die Größeren wünschen sich wahrscheinlich doch etwas mehr Spannung, wenigstens ein bisschen glaubwürdige Action und ein paar intelligentere Hauptfiguren.

Spiegel Online

Bewertung:   5,9/10  IMDb


Die *** Teufelsschlucht ***

im Naturpark Südeifel in der Nähe von Irrel ist eine Felsspalte von einem bis fünf Meter Breite und gleichzeitig eines der bekanntesten Naturdenkmäler der Eifel. Gegen Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren führte der Wechsel von Frost- und Tauperioden zu gewaltigen Felsstürzen am Rand der Hochfläche. Ein großer Sandsteinblock kippte damals aus der Plateauwand heraus und öffnete so eine heute 28 Meter tiefe Felsspalte

Mit ihren steilen Felswänden, engen Schluchten und Spalten ist die bizarre Felsenlandschaft der Teufelsschlucht ein Ausflugsziel und ein Startpunkt für weitere Wanderungen in die Umgebung. Enge Schluchten und schmale Felsspalten, von Moosen und Flechten bewachsen, riesige Felstürme, mächtige Steinblöcke mit bizarren Verwitterungsformen – eine wilde, urtümliche Landschaft prägt das Ferschweiler Plateau und seine Umgebung.

Kein Wunder, dass die Menschen früher dachten, hier habe der Leibhaftige höchst persönlich randaliert!

Einige der spektakulärsten Wanderrouten der Eifel führen durch den Naturpark, der für Touristen in ein eigenes Informationszentrum eingerichtet hat. Da schadet es auch nicht, wenn gleich die Ecke herum der barrierefreie Dinopark-Teufelsschlucht Familien von Ende März bis Anfang November zu einer Zeitreise durch die Erdgeschichte einlädt.

Bewertung:   4,5/5  Tripadvisor

Abenteuer

Heimatfilm  2008