D as mögen kleine Mädchen: Ein Märchen mit einer Waisen, unterdrückt von einer wirklich gemeinen Stiefmutter, die ihr nichts gönnt - vor allem nicht den feschen Prinzen, der irgendwann unvermeidlich die Szene betritt.
Praktisch ist auch noch die gute Fee, die ein paar bescheidene Wünsche erfüllt, z.B. nach einem eigene Schloss. Richtig spannend wird es, wenn noch eine Nebenbuhlerin auftaucht, eine richtige Prinzessin, die sich auch in den Prinzen verguckt hat.
Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft, und so nehmen die Dinge ihren Lauf...

Eine junge Frau, die zwar reinen Herzens, aber auch mit einer abgrundtief bösen Stiefmutter geschlagen ist, gehört zur Grundausstattung vieler Märchen. „Helene, die wahre Braut“ basiert auf einer Geschichte, die sich sowohl in der Sammlung der Brüder Grimm wie auch bei Ludwig Bechstein findet.
Helene wird von ihrer bösen Stiefmutter Gertrud zu Arbeiten gezwungen, die nicht zu schaffen sind. Als sie mit Hilfe der Fee Cleo ein Schloss für sie errichtet, soll für Helene nur Platz im Keller sein. Jetzt reicht´s der Fee - Mitarbeiter mit Eigeninitiative sind in Märchen eigentlich selten - und sie sperrt Gertrud kurzerhand dort hinein: Die Stiefmutter ist aus dem Verkehr gezogen und kann nicht mehr stören!

Helene

Auftritt - der Prinz

Ein Prinz kommt zufällig am Schloss vorbei, und natürlich verliebt er sich in Helene, was auf Gegenseitigkeit beruht. Der Prinz reitet nach Hause, um seinen Eltern von Helene zu berichten und erfährt zu seiner grenzenlosen Überraschung, dass er der Königstochter des Nachbarreiches versprochen ist – Prinzessin Josefine.
Das verkompliziert die Angelegenheit beträchtlich.

Der Film wurde für die ARD-Märchenreihe "Sechs auf einen Streich" unter der Federführung des Westdeutschen Rundfunks von Zieglerfilm Köln neu verfilmt.
Vor der Kamera stehen u.a. Caroline Hellwig, Tanja Schleiff, Barbara Colceriu, Stefan Gorski, Dominic Raacke, Dietrich Hollinderbäumer. Regie führt Heino V. Kronberg, das Drehbuch stammt von Katja Kittendorf.
Die Dreharbeiten fanden Mitte 2020 u.a. im LVR-Freilichtmuseum Kommern statt.

Filmkritik

So richtig begeistert sind die Kritiker nicht:

• Helene (Caroline Hellwig) schuftet für ihre fiese Stiefmutter. Zum Glück bekommt sie Hilfe von einer guten Fee. Und natürlich verliebt sich ein fescher Prinz in sie. Der Funke will irgendwie nichtüberspringen.
TV Spielfilm

• Regisseur Zoltan Spirandelli hat die Handlung (Buch: Katja Kittendorf) recht brav und konsequent im Stil der der meisten ARD-Märchen umgesetzt: mit Figuren, die umgehend als rechtschaffen oder böse zu erkennen sind, mit viel Sonnenschein und wenig Zwischentönen.
Ausgleich für die holzschnittartigen Figuren ist die gegen gängige Schlankheitsideale besetzte Fee Cleo. Ihre ironischen Kommentare sorgen für Heiterkeit und geben dem ansonsten altbackenen Märchen einen modernen Anstrich.

Tilmann P. Gangloff, Tittelbach.tv

• Konventioneller Märchenfilm mit wenigen Überraschungen und überwiegend eindimensionalen Figuren. Auch vertragen sich einige der modernen Anstriche nicht so recht mit dem Entwurf von Handlung und Charakteren.
Filmdienst

Bewertung:   6,0/10  IMDb


*** Kommern ***

gilt mit seinen gut 4.500 Einwohnern als »touristische Perle der Stadt Mechernich« und ist wegen seines geschlossenen Fachwerkensembles im historischen Ortskern bekannt. Zu den kulturhistorisch bedeutenden Bauten gehören – neben den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern - die neugotische Pfarrkirche Sankt Severin aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die im Privatbesitz befindliche Burg aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Kommern war über Jahrhunderte ein wichtiges Zentrum des Blei- und Silberbergbaus. Dieser wurde von der noch heute sehenswerten Burg Kommern, einem Sitz der Herzöge von Arenberg, verwaltet.

Das LVR-Freilichtmuseum

1972 fand in Kommern die Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen statt. Bereits 15 Jahre zuvor begannen in der Nähe die Arbeiten zum Aufbau eines großen Freilichtmuseums, dessen Träger der Landschaftsverband Rheinland (LVR) wurde. Auf dem 110 ha großen Gelände sind ca. 80 historische Gebäude aus der ehemaligen preußischen Rheinprovinz originalgetreu aufgebaut, eingebettet in eine Museumslandschaft mit Äckern, Bauerngärten und Obstwiesen.

Freilichtmuseum Kommern Panorama

In der Dauerausstellung „WirRheinländer“ wird die Geschichte des Rheinlandes und das Leben der Rheinländer von der französischen Besetzung 1794 bis in die Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders nach 1950 gezeigt. Die Besucher durchwandern dabei in einer Ausstellungshalle eine Geschichtsgasse mit mehr als 50 Nachbauten von Gebäuden aus dem Rheinland. Darüber hinaus zeigt das LVR-Freilichtmuseum Kommern jährlich mehrere Wechselausstellungen.

Bewertung:   4,4/5  Tripadvisor

Märchenfilm

WDR  2020