K ommt das irgendjemandem bekannt vor?
Da wird ein Polizeihauptkommissar aus der Großstadt versetzt in ein abgelegenes, aber pittoreskes Eifelnest und muss sich da mit einer ganz anderen Form von Kriminalität und natürlich auch den neuen Kollegen herumschlagen.

Ja, richtig, das war doch "Mord mit Aussicht" mit der Kölner Kommissarin Sophie Haas, die ins fiktive "Hengasch" beordert wird und dort ihren Kulturschock erleidet.
Mit dieser Serie hat der WDR seit 2008 blendende Einschaltquoten eingefahren, eine vierte Staffel mit neuer Besetzung wird 2022 ausgestrahlt.
Irgendein SWR-Redakteur war wohl ein wenig neidisch auf den Erfolg der Kollegen bei der ARD-Schwesteranstalt und muss sich gedacht haben: "Das können wir auch!"

Der kleine Unterschied

Der Karriere-Polizist ist jetzt ein Mann, Robert Killmer, der sich in Frankfurt (und nicht in Köln) mit der Frau seines Chefs einlässt und dabei ertappt wird. Vermutlich aus rein dienstlichen Gründen wird er ins ländliche Monreal (das im Gegensatz zu "Hengasch" wirklich existiert) „wegbefördert“.
Hier hat er mit eher unspektakulärer Kriminalität zu tun und kommt damit zunächst gar nicht gut zurecht. Außerdem stört er hier die Kreise der Polizeiobermeisterin Kati Biever, die die Kriminalität in Monreal bisher gut allein im Griff hatte. Trotzdem würde er ihr ganz gut gefallen, wenn er nicht zur Aufschneiderei neigen würde …
Auf insgesamt 6 Folgen hat es diese durchaus unterhaltsame Krimiserie gebracht, die aber nie an den Erfolg des großen Vorbilds anknüpfen konnte.

Serien-Kritk

• Die 2010 gestartete Reihe «Der Bulle und das Landei» hat von Anfang an viel Kritik einstecken müssen: War alles schon mal da, zu betulich, zu harmlos.
Kann man sicherlich so sehen, allerdings geht das auch ein bisschen vorbei am Kern der Sache, denn die Serie, die von der ARD die Rubrik „Schmunzelkrimi“ (ächz) übergestülpt bekam, hat durchaus ihre Stärken, aber die liegen nun mal eben woanders, sind aber eigentlich unübersehbar."

Thorsten Hanisch, Quotenmeter

Bewertung:   6,7/10  IMDb


*** Monreal ***

liegt Im Talkessel des Eltzbachs, eingekeilt von sanften Hügeln der Vulkaneifel - mit seinen mittelalterlichen Fachwerkhäusern ein Dorf wie aus dem Bilderbuch mit circa 700 Einwohnern. Es fühlt sich an als sei die Zeit hier schon vor Langem stehen geblieben, fast ein wenig wie ein Museumsdorf, das tatsächlich schon mehrfach im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet wurde.

Monreal ist im Mittelalter eine von Stadtmauer und zwei Burgen geschützte Siedlung der Grafen von Virneburg und wurde im Jahr 1632 von den Schweden, 1689 von den Franzosen verwüstet. Wenig später schaffte der Ort den Wiederaufstieg als Tuchmacherstadt. Davon künden stattliche, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert am Lauf des Flüsschens Elz. Hoch über dem Dorf thronen die Überreste der Löwen- und der Phillips-Burg, rundherum führen Wanderwege wie der “Monrealer Ritterschlag”.

Bewertung:   4,8/5  Tripadvisor

Als ob sie es geahnt hätten

Im Jahr 2009 war Monreal erstmals Drehort für die deutsche TV-Krimiserie „Der Bulle und das Landei“ mit Uwe Ochsenknecht und Diana Amft in den Hauptrollen.
Schon gut 20 Jahre vorher sollte die Fernsehkarriere eigentlich beginnen, aber es handelte sich in Wirklichkeit um eine Aktion des Satiremagazins Titanic. Deren Redakteure gaben sich als Team einer Produktionsfirma aus, auf der Suche nach dem Drehort für eine große Serie des ZDF. Die Satirikern überredeten den Bürgermeister und mehrere Amtsträger u.a. zum Abriss einer Telefonzelle, der Rodung eines ganzen Hügels sowie der Verstellung der Löwenburg durch eine Fabrikfassade - Schilda lässt grüßen!

Krimi-Serie

SWR  2010-16