A ls der neue Restaurantführer erscheint, wird im Kühlschrank der Kölner „Kupferkanne“ beinahe die Milch sauer:
Meisterkoch Rufus (Stephan Luca) ist seinen Stern los. Nichts ahnend hauen derweil nur einige Autohalbestunden entfernt im Eifel-Landgasthof „Kupferkanne“ Antonia Jansen (Diana Amft) und ihre resolute Mutter Heidi (Margarita Broich) ordentlich Mayo in den Salat. Durch die Namensgleichheit hat Toni auf einmal einen Stern und ist genervt vom einsetzenden Trubel und dem Gerangel ihrer Verehrer (Nikolaus Benda, Hanno Friedrich).

Meine Mutter ist unmöglich

Rufus bangt indes um seine Existenz, denn die Gäste bleiben aus. Eine TV-Kochshow mit den beiden soll die Verhältnisse geraderücken. Doch während Toni naiv an Teamarbeit glaubt, will der Sender Quote durch Bloßstellung.
Die beiden kochen jetzt zusammen, zanken sich, verlieben sich, heiraten - und wenn sie nicht gestorben sind...

Die verantwortlichen Regisseure Jurij Neumann und John Delbridge lassen sich natürlich noch ein bisschen mehr einfallen, schließlich erwartet der Zuschauer in den einzelnen Fortsetzungen nicht nur vorhersehbare Entwicklungen, sondern auch die eine oder andere Überraschung. Da taucht zum Beispiel Uwe Ochsenknecht in der Folge "Meine Mutter und plötzlich auch mein Vater" als der verschwundene Vater auf, ein als Blaubär verkleideter Obdachloser.
Das Salz in die Suppe - der Titel lässt er schon erwartet - streut die Mutter und sorgt für ausreichende gastronomische wie private Verwicklungen. Schauspielerin Margarita Broich genießt ihre Rolle und hat sich in einem Interview schon einmal als "Salatbeilage" der Serie bezeichnet - sicherlich ein Understatement.

Filmkritik

• Launig und liebevoll, aber der Pfiff fehlt: Die Story ist lau, aber die Darsteller überzeugen.
TV Spielfilm

• Eine erschreckend harmlose Erzählung und laue Dialoge deutlich wird. Immerhin streuen sie ein paar schöne Landschaftsbilder ein, und die Schauspieler - allen voran Margarita Broich - reißen so einiges raus.
Hamburger Abendblatt

• Regisseur von „Meine Mutter will ein Enkelkind“ ist wieder Jurij Neumann, der auch schon den Reihenauftakt „Meine Mutter ist unmöglich“ inszeniert hat.
Am Drumherum mit den schönen Eifelbildern hat sich zwar nichts geändert, aber der Film wirkt insgesamt wieder stimmiger als die beiden letzten Episoden von John Delbridge.

Tilmann P. Gangloff

Dreharbeiten

Nicht überall, wo "Eifel" draufsteht, ist auch "Eifel" drin:
Ja, die Eröffnungseinstellung der meisten Folgen zeigt den Nationalpark Eifel und den Rursee, und die eingeschnittenen Landschaftsaufnahmen sind häufig Drohnenaufnahmen, die dort entstanden.
Tatsächlich befindet sich das "Eifel-Restaurant Kupferkanne" im Bergischen Land: Das Landhaus Orbach in Wipperfürth ist das gastronomische Zentrum der TV-Serie. Für die Folge "Meine Mutter spielt verrückt" macht die Filmcrew sogar einen Abstecher an die Ostsee. Das Atlantic Grand Hotel Travemünde spielt bei der Handlung eine zentrale Rolle.

Bewertung:   6,0/10  IMDb


*** Nationalpark Eifel ***

Für einen urbanen Lebensstil stand die Eifel noch nie, wohl aber für Natur pur. Ausgerechnet einem Truppenübungsgelände, nach dem 2. Weltkrieg jahrzehntelang von den Belgiern und anderen Natostreitkräften genutzt, verdankt sie die Einrichtung des ersten Nationalparks in Nordrhein-Westfalen (seit 2004).
Rund 240 Kilometer Wanderwege stehen Besuchern offen, Radsportler dürfen davon 104 Kilometer und Reiter 65 Kilometer nutzen. Wenn genug Schnee liegt, sind außerdem fünf Kilometer Loipen für Langlaufskifahrer gespurt.
Spektakulär ist der Blick vom Zentrum des Nationalparks, der "NS-Ordensburg Vogelsang" auf die Eifeler Seenplatte. Mehr als 250 Millionen Kubikmeter Wasser werden aufgestaut und eine Million Menschen mit Trinkwasser versorgt. Zwei Wasserkraftwerke erzeugen 46 Millionen Kilowattstunden Strom: eines davon ist eine echte architektonische Perle: Das Jugendstil-Kraftwerk in Heimbach mit Baujahr 1904.

Rursee Panorama

Das Gebiet des Nationalparks Eifel umfasst ca. 10.700 Hektar, grenzt im Nordwesten an den Rurstausee und umschließt die angrenzende Urfttalsperre sowie den ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang.
Jeden Sonntag um 13:00 Uhr können sich Besucher den Nationalpark-Rangern anschließen - kostenlos und ohne Anmeldung; Waldführer sind für individuelle Wanderungen buchbar. Wer mehr Zeit mitbringt, kann den Wildnis-Trail erkunden, ein 85 km langer Fernwanderweg, der in vier Etappen durch den Nationalpark Eifel führt.

Bewertung:   4,7/5  Tripadvisor