G oodbye Lenin lässt grüßen: Weil Mariele Millowitsch als gehörnte Ehefrau eine Amnesie erlitt, muss mit Walter Sittler als Zwillingsbruder her, der den Mann gegen alle Anfälle mimt.

Elli Sänger (Mariele Millowitsch) ist eine Powerfrau, die für ihre Steinmetz-Firma einfach alles gibt. Doch als ihr Mann Georg (Walter Sittler in Rolle 1) sie für die Sekretärin verlässt und mit der viel jüngeren Frau Richtung Himalaya durchbrennt, erleidet Elli einen Nervenzusammenbruch, die jegliche Erinnerungen an den Vorfall auslöscht.
Ellis Kinder, Florian (Ludwig Trepte) und Rieke (Carolyn Genzkow), tun so, als ob Georg die Beziehung zu Elli gar nicht beendet hat. Um ihre Genesung nicht zu gefährden, haben die Kinder schon mal Papas Zwillingsbruder Günther (ebenfalls Sittler) angekarrt - er soll in die Rolle von Ellis Mann zu schlüpfen. Günther willigt zwar ein, stellt sich aber bei der Mogelei ziemlich ungeschickt an.

Der Plan der Kinder hat also einige Tücken - Günther ist in seiner neuen Rolle sichtlich überfordert, privat lässt er fast kein Fettnäpfchen aus. Und beruflich muss er die Firma mit dem Dom-Auftrag retten, obwohl er keine Ahnung von der Steinmetzkunst hat und unter Höhenangst leidet.
Als Elli dann auch noch beschließt, mehr Zeit mit ihrem Mann zu verbringen und an der schwierigen Beziehung zu arbeiten, ist das Chaos vorprogrammiert. Florian und Rieke wissen nicht weiter. Je länger alle Beteiligten die Schwindeleien aufrechterhalten, desto schneller schlingern sie Richtung Katastrophe.

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten fanden in Köln statt, am Drachenfels und an den Katzensteinen zwischen Mechernich und Satzvey, wo Walter Sitter seine Höhenangst bekämpfen soll.
Sittler hatte nur etwa wenig schwindelerregende 20 Zentimeter Luft unter seinen Füßen. Von den Katzensteinen fiel später Stuntman Tobias Nied rund zehn Meter in die Tiefe – ebenfalls in der Rolle des Günther Sängers, der den Aufprall dank dicker Schaumstoffmatten überlebte. Der Zwillingsbruder Günthers, ein gewisser Georg, hat nicht so viel Glück.
„Aber auch der Tod kann lustig sein“, meint ein Mitglied der 40-köpfigen Filmcrew. Denn an den Katzensteinen, die am Montag einmal mehr zum Filmstudio unter freiem Himmel wurden, dreht die Produktionsfirma Eyeworks aus Köln im Auftrag des ZDF Szenen für eine Komödie ab.

Das Team muss nicht nur das komplette Equipment, das mit rund 15 Fahrzeugen angekarrt worden war, die recht steile Anhöhe hinaufschleppen. Die Geräusche des Straßenverkehrs, die von der rund um die Katzensteine einseitig gesperrten Landesstraße in die empfindlichen Mikrofone dringen, zwingen auch noch dazu, Szenen mehrfach zu wiederholen, bis sie im Kasten sind.

Filmkritik

• Betont turbulente (Fernseh-)Komödie um ein Lügengebilde als recht konstruiert ersonnene Handlungsgrundlage.
Filmdienst

• Federleichte Posse mit dem erprobten Duo aus „girl friends“ und „Nikola“.
TV Spielfilm

• Der Fernsehfilm geht dahin, wo's weh tut. Nämlich in die seichtesten Untiefen, in die eine TV-Komödie gehen kann. Schrecklich biedere Witzchen, miese Kalauer und eine spannungsarme Inszenierung lassen die 90 Minuten quälend langsam vergehen.
Quotenmeter

• Regisseur Josh Broecker setzt in diesem leichten Familienspaß ganz auf das Spiel des Duos Millowitsch und Walter Sittler (in einer Doppelrolle).
Auch dieses Mal sind einige Szenen ganz witzig, doch das Ganze bleibt einfach viel zu vorhersehbar.

Prisma

Bewertung:   6,3/10  IMDb


*** Katzensteine ***

Im „Mechernicher Wald“, der sich von der östlichen Stadtgrenze Mechernichs bis Satzvey erstreckt, erheben sich an der Grenze zur Veybachaue bei Katzvey die Katzensteine.
Die markante Felsformation aus Buntsandstein-Naturfelsen entstammt einer mächtigen Flussablagerung, die vor ca. 220 Millionen Jahren die gesamte Eifel überdeckte. Im Laufe der Jahrmillionen haben Hebungs- und Senkungsvorgänge der Erdkruste sowie Regen, Wind und Frost zum derzeitigen Aussehen beigetragen. Die dabei entstandenen überhängenden Felspartien boten einen natürlichen Schutz vor widrigen Witterungseinflüssen.

Schon 1937 wurde das Gebiet rund um die Katzensteine unter Naturschutz gestellt und wird heute von Wanderern - und Filmteams - gerne angesteuert.
Nicht weit entfernt liegt das Areal eines römischen Steinbruchs, der vermutlich seit der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts betrieben wurde. Außerdem fand man Überreste eines kleinen Tempels aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., geweiht der Göttin Diana und mit Buntsandstein der Katzensteine hergestellt.

Bewertung:   4,2/5  Tripadvisor

Komödie

ZDF  2013