E in Kinderarzt diagnostiziert in Ottern, einer fiktiven westdeutschen Kleinstadt, bei einem Mädchen körperliche Spuren eines Missbrauchs und bringt damit einen Prozess von bis dato ungekanntem Ausmaß ins Rollen. Kurz nach der Aufnahme der Ermittlungen durch Hauptkommissarin Laubach (Désirée Nosbusch) in dem mutmaßlichen Verbrechen, wird in den Sozialen Medien bereits die Forderung nach der Wiedereinführung der Todesstrafe für Kinderschänder laut.

Hintergrund der siebenteiligen TV-Staffel sind drei Strafprozesse Mitte der 90er Jahre vor dem Strafgericht Mainz - einem Justizskandal an dessen Ende alle Angeklagte freigesprochen werden.
Schirach überträgt die damaligen Geschehnisse auf eine Handlung in der Gegenwart, in der öffentliche Debatten sich zunehmend in die Sozialen Medien verlagert haben, wo nicht selten Empörung, Hass und Hysterie an die Stelle einer rationalen Auseinandersetzung mit komplexen Themen treten.

Gericht

Dreharbeiten

Monschau wird zur fiktiven westfälischen Kleinstadt Ottern, berichtet im Oktober 2020 die Aachener Zeitung. Schauplätze werden zeitweise abgesperrt - kein Durchgang für Touristen, keine Durchfahrt für Zulieferer.
Der vermeintlich neue Imbiss am Aukloster entpuppt sich als mobile Cateringstation, die ausschließlich für das leibliche Wohl der Mitarbeiter am Set sorgt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.
Ein neues Hotel? Nein, das zentral gelegene Hotel Horchem erhält nur vorübergehend einen anderen Namen. „Goldener Hirsch“ liest man an der Fassade. Und das sieht so echt aus, als habe der Schriftzug schon immer da gestanden. Das Hotel ist in diesem Fall nicht ausschließlich Drehort, sondern beherbergt auch einen Teil der Schauspieler.
Der gläserne Pavillon neben der Evangelischen Stadtkirche ist als Café eingerichtet worden. Korbsessel und runde Tische in Marmoroptik im Außenbereich, Kaffeehausstühle und eine gemütliche Kissenlandschaft im Inneren laden zum Aufenthalt ein. Motorradfahrer sitzen draußen, Komparsen schlendern durch die Stadtstraße.

Bewertung:   6,4/10  IMDb

Ferdinand von Schirach -

ein deutscher John Grisham? Tatsächlich gibt es einige Gemeinsamkeiten:
Beide Bestseller-Autoren sind gelernte Rechtsanwälte, beide bedienen sich gerne bei Stoffen aus dem Justizwesen, viele ihrer Bücher werden verfilmt, und beide haben eine Vorliebe für prägnante Titel - "Die Akte", "Der Klient", "Das Urteil" einerseits, "Glück", "Verbrechen", "Glauben" andererseits.
Damit enden dann aber auch die Gemeinsamkeiten. Grishams Romane sind Thriller - Nervenkitzel pur. Ja, es geht natürlich auch um Recht und Gerechtigkeit, aber der Leser oder Zuschauer kann sich in jedem Fall auf eins freuen - spannende Unter­haltung.

Schirach Banner

Das Erbe

Bei Ferdinand von Schirach dagegen stehen ethische Fragen im Vordergrund, sozusagen Rechtsphilosophie in Prosaform plus persönliche Befindlichkeiten. Zu einem seiner Bücher sagte er beispielsweise in einem Interview: „Viele Menschen in meinen Erzählungen sind einsam. Es ist das Grundgefühl, das ich mit meinen Figuren teile.“

Einiges mag man mit dem familiären Hintergrund erklären: Von Schirach wird in eine prominente Familie hineingeboren (* 12. Mai 1964 in München), allerdings von der Sorte, von der man gerne entschuldigend sagt, seine Freunde könne man sich aussuchen, seine Verwandtschaft aber leider nicht.
Sein Großvater ist der NS-Reichsjugendführer Baldur von Schirach, ein Urgroßvater war der Hitler-Fotograf Heinrich Hoffmann. So ziehen sich die Themen Schuld und Verantwortung wie ein roter Faden durch sein Leben und seine Werke. Zufall?


*** Monschau ***

ist mit seiner historischen Altstadt und der imposanten Hecken- und Vennlandschaft die Top-Destination für Belgier und Holländer in der Eifel. Beim Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt und hinter den romantischen Fachwerkfassaden erwartet den Besucher ein vielfältiges Kunst-, Kultur- und Museenangebot. Die Stadt ist Mitglied im Arbeitskreis Historische Stadtkerne Nordrhein-Westfalens und darf sich seit 1996 Luftkurort nennen. In der näheren Umgebung sind zahlreiche Bunkerruinen und Panzersperren des ehemaligen Westwalles zu finden.

1198 wurde Monschau als Mons Ioci zum ersten Mal erwähnt, 1352 bekam die Siedlung Stadtrechte. Die Herzöge von Limburg hatten zu dieser Zeit die Monschauer Burg bereits ausgebaut. Am Ende des 16. Jahrhunderts begann die Ära der Monschauer Feintuchproduktion, die den Wohlstand der Stadt in den nächsten Jahrhunderten begründete. Davon zeugt heute u.a. das »Rote Haus«, das gleichzeitig Produktionsstätte und Wohnhaus der Textildynastie Scheiber war.

Touristen mit kulinarischen Präferenzen besuchen die historische Senfmühle, die Brauerei Felsenkeller und die Caffee-Rösterei Wilhelm Maassen, die nicht nur authentische Mitbringsel feilbieten, sondern auch einen Blick auf Produktion erlauben.

Panorama Monschau

1971 verpackte das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude die Haller-Ruine und Teile der Monschauer Burg. Das "CHRISTO projekt monSCHAU" stellt eine der ersten großen Open-Air-Verhüllungen der Künstler dar - und war bei den Einwohnern seinerzeit heftig umstritten!

Mit der WDR-Produktion »Die Stadt im Tal« startete im selben Jahr Monschaus Karriere als führender Filmschauplatz der Eifel.

Bewertung:   4,6/5  Tripadvisor