I hr Revier ist die Autobahn. Ihr Einsatz heißt: Volles Tempo. Ihre Gegner von heute: Extrem schnell und gefährlich. Verbrechen ohne Limit – Jeder Einsatz volles Risiko – für die Männer von Cobra 11.

Mit diesen Worten beginnt (in geringen Abwandlungen) seit über 25 Jahren der Vorspann für die teuerste und bekannteste RLT-Action-Serie.

Die Autobahnpolizei tritt immer im Zweierteam auf, das sich Cobra 11 nennt. Sie gehen auf die Verfolgung von Autoschiebern und Mördern, von Gangstern und Erpressern und versuchen die Sicherheit auf den Schnellstraßen Deutschlands zu gewährleisten. Dabei werden, wenn es nötig ist, auch Gewaltmaßnahmen eingesetzt, weshalb große Explosionen, rasante Verfolgungsjagden und heftige Schusswechsel nicht selten sind.

Und gefährlich ist der Job natürlich auch: Seit die Serie auf RTL läuft, haben bereits 5 Beamte in Ausübung ihrer Dienstpflicht das Zeitliche gesegnet. Na hoffentlich stimmte die Gage...

Das Aus nach 25 Jahren

Am 12. März 1996 ging die Autobahnpolizei an den Start, nach 700 Explosionen ist am 12 August 2021 endgültig Schluss mit Cobra 11; dann werden die letzten Folgen im Fernsehen ausgestrahlt.
Die Serie war international erfolgreich und wurde in rund 120 Ländern gesendet. Gleichzeitig war „Alarm für Cobra 11″ aber auch eine der teuersten TV-Produktionen in Europa. Angesichts der Werbeausfälle in der Corona-Krise musste sich RTL wohl von dem einen oder anderen kostenträchtigen Format trennen.

Für Adrenalin-Junkies

Bei „Alarm für Cobra 11“ entscheiden sich Schicksale in Sekunden. Jede Folge garantiert packende Kriminalfälle und spektakuläre Action. Für das Ermittlerduo heißt das Hochspannung, ständige Einsatzbereitschaft und Stress pur. Genau das ist das Erfolgsgeheimnis von "Cobra 11".
Mit dieser Mischung sichert sich die Serie mittlerweile eine riesige Fangemeinde. Seit dem Start im März 1996 wurden in über 160 Folgen rund 3.100 Autos zu Schrott gefahren, 794 Gangster verhaftet, 300.000 Meter Film belichtet. Beim weitesten Autosprung flog ein Porsche über 200 Meter durch die Luft.

Für die spektakulären Stunts hat die Serie bereits über zwei Dutzend Auszeichnungen eingefahren, darunter diverse Eyes & Ears Awards, den Goldenen Löwen und fast jährlich den Taurus Award.

Cobra 11

Dreharbeiten

Produziert wird die Actionserie auf 16-Millimeter-Film von der Firma "action concept" in NRW. Das Team von Hermann Joha, Stunt-Spezialist und Berufspilot für Helikopter, bereitet alle Actionszenen bis ins letzte Detail vor. Die Bilder müssen beim ersten Mal im Kasten sein. Dabei sind über 80 Mitarbeiter am Set beschäftigt, bis zu 16 Kameras halten den Stunt aus allen erdenklichen Perspektiven fest.

Zunächst waren Berlin und Brandenburg Handlungsorte. Die erste Dienststelle war ein Gebäude des ehemaligen Checkpoint Bravo bei Dreilinden. Die Autobahnszenen wurden auf einem 1969 aufgelassenen Teilstück der ehemaligen Reichsautobahn 51 (heute A115) gedreht, das 1999/2000 renaturiert wurde.

Umzug ins Rheinland

Später wurde die Serie dann ins Rheinland zwischen Krefeld und Köln verlegt, wo sich der Firmensitz der Produktionsfirma action concept befindet. Autobahnszenen wurden zunächst auf der A540 in Grevenbroich gedreht, da diese Strecke Teil einer noch nicht vollständig realisierten Autobahn ist, vergleichsweise wenig befahren und leicht abzusperren ist.
Seit November 2005 werden die aufwendigen Fahrszenen und Crashes von "Cobra 11" auf einer speziellen Autobahn gedreht. Europas größte Filmkulisse, die Film- und Testlocation, liegt bei Aldenhoven im Kreis Düren zwischen Köln und Aachen. Das Gelände inkl. einer ca. 1.000 m langen Autobahnstrecke kann für Filmaufnahmen, Testzwecke und Veranstaltungen von jedermann gemietet werden. Hier werden inzwischen die meisten Stuntszenen der Serie gedreht.

Cobra 11

Die Eifel-Connection

Zwischen 2012 und 2017 hat die Autobahnpolizei eine Reihe von Ausflügen in die Eifel unternommen - liegt ja auch nahe!

• Im Herbst 2012 war zunächst einmal Monreal an der Reihe. Gedreht wurde an mehreren Orten: ein Schützenumzug mitten durch Monreal, eine Autowerkstatt und schließlich in einem kleinen "Dorfpolizeirevier". Hier ermitteln die beiden "Helden" Semir Gerkan (Erdogan Atalay) und Ben Jäger (Tom Beck) nach einem Mordfall.

• Zwei Jahre später, im April 2014, macht die Stunt-Crew einen Abstecher auf die ehemalige US Airbase Bitburg. In Folge 11/ Staffel 8 - Titel "Extrem" - beginnen die Cops ihre Recherchen im Tuning-Milieu und lassen sich in die Szene einschleusen. Als Belohnung gibt´s dann die Teilnahme an einem illegalen Autorennen, das auf dem Eifelflugplatz gefilmt wird - da kann man leicht abheben...

• In der Folge "Das letzte Rennen" verbringen die beiden Cobra 11-Cops ein Wochenende auf dem Nürburgring. Ein Mordfall führt sie direkt in den Rennzirkus - wer hätte das gedacht? Gedreht wurde während eines Rennwochenendes der Tourenwagenserie im Sommer 2014, gesendet wurde die Folge im Frühjahr 2015.

• Unter dem Titel "Liebesgrüße aus Moskau" besuchen die Protagonisten im Sommer 2016 den Rursee, diesmal ganz ohne Feuer und Explosionen. Als Ausgleich dürfen sie hier, versehen mit einer Sondergenehmigung, ein Motorboot chartern und Wasserski fahren. Natürlich nicht nur zum Vergnügen: Sie haben einen russischen Schurken-Boss im Visier, der, ganz dem Klischee entsprechend, in einer teuren Villa am See (in Woffelsbach) residiert. Sein Domizil ist schwer bewacht – es gibt zunächst kein Durchkommen für Ermittler Gerkan.

• Im selben Jahr hatten die Autobahnpolizisten von Cobra 11 für die Folge „Auf den Spuren meines Vaters“ unter Tage im Bergbaumuseum Mechernich gedreht. Pauls Vater wird von Verbrechern gefangen gehalten, denen er helfen soll, mit seiner Ortskenntnis ein Geldversteck aufzustöbern. Doch die Kriminellen haben nicht damit gerechnet, dass der alte Mann unter Demenz leidet und sich nur mit Hilfe seines Sohnes an den Ort erinnern kann.

• Die Folge „Jenseits von Eden“ führt die Protagonisten ins Ahrtal, nach Bad Neuen­ahr und Dernau. Dort ist man bei den Dreharbeiten im April 2017 einer ungehobelten Verbrecherbande auf den Fersen, deren Mitglieder natürlich auch - wie ihre gut 1.200 schurkischen Vorgänger - letztlich zur Strecke gebracht werden.

Bewertung:   6,3/10  IMDb


*** Woffelsbach ***

wurde 1516 erstmals urkundlich erwähnt, die ältesten erhaltenen Höfe stammen aus dem 17. Jahrhundert. Wie fast überall in der Eifel sind viele römische Relikte entdeckt worden, z.B. Fundamente eines Landguts, Keramikscherben, Mahlsteine, eine Jupitersäule, eine Graburne, und Münzen.

Mit dem Bau der Rurtalsperre 1934–1938 und deren Erweiterung 1955–1959 verschwand ein großer Teil vom alten Woffelsbach im Rursee. Gleichzeitig nahm der Tourismus in Woffelsbach seinen Anfang. Heute beherbergt der Ort mehr als 15 Segelvereine. Campingplätze, Segelschulen, Appartements und private Wochenendhäuser; in den Jahren 2012 bis 2014 entstand eine neue Mitte mit Parkanlagen direkt am See und einer Seeterrasse mit Seebühne.
Baden kann man natürlich auch: Treppen führen zum Ufer hinunter, an dem Terrassen und ein Badesteg angelegt ist. Die Wasserqualität wird vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW analysiert und gilt als »ausgezeichnet«.

Die Ausflugsboote der Rursee-Schifffahrt KG machen in Woffelsbach Zwischenstation. Das gegenüberliegende Kermeter-Ufer mit seinen Naturlandschaften und Lehrpfaden auf dem Gelände des Nationalparks ist ebenfalls mit einer Schiffsanlegestelle angebunden.

Bewertung:   4,0/5  Tripadvisor


*** Monreal ***

liegt Im Talkessel des Eltzbachs, eingekeilt von sanften Hügeln der Vulkaneifel - mit seinen mittelalterlichen Fachwerkhäusern ein Dorf wie aus dem Bilderbuch mit circa 700 Einwohnern. Es fühlt sich an als sei die Zeit hier schon vor Langem stehen geblieben, fast ein wenig wie ein Museumsdorf, das tatsächlich schon mehrfach im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet wurde.

Monreal ist im Mittelalter eine von Stadtmauer und zwei Burgen geschützte Siedlung der Grafen von Virneburg und wurde im Jahr 1632 von den Schweden, 1689 von den Franzosen verwüstet. Wenig später schaffte der Ort den Wiederaufstieg als Tuchmacherstadt. Davon künden stattliche, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert am Lauf des Flüsschens Elz. Hoch über dem Dorf thronen die Überreste der Löwen- und der Phillips-Burg, rundherum führen Wanderwege wie der “Monrealer Ritterschlag”.

Bewertung:   4,8/5  Tripadvisor

Als ob sie es geahnt hätten

Im Jahr 2009 war Monreal erstmals Drehort für die deutsche TV-Krimiserie „Der Bulle und das Landei“, 2012 dann für Cobra 11 - die Autobahnpolizei.
Schon gut 20 Jahre vorher sollte die Fernsehkarriere eigentlich beginnen, aber es handelte sich in Wirklichkeit um eine Aktion des Satiremagazins Titanic. Deren Redakteure gaben sich als Team einer Produktionsfirma aus, auf der Suche nach dem Drehort für eine große Serie des ZDF. Die Satirikern überredeten den Bürgermeister und mehrere Amtsträger u.a. zum Abriss einer Telefonzelle, der Rodung eines ganzen Hügels sowie der Verstellung der Löwenburg durch eine Fabrikfassade - Schilda lässt grüßen!

Action-Serie

RTL  2012