D er Stellvertreter: Der elfjährige Waisenjunge Tommi, bislang als Rattenfänger mäßig erfolgreich, wird an den Königshof verschleppt und muss nun sein Dasein als Prügelknabe im wahrsten Sinn des Wortes fristen: Er wird verprügelt, sobald der gleichaltrige Prinz Boris wieder einmal Unsinn ausheckt - quasi ein Minijob ohne jede soziale Absicherung.

Um seine Schwester zu befreien, beschließt Tommi, aus dem Schloss zu fliehen. Da der Prinz sich von seinem Vater vernachlässigt fühlt, entscheidet er sich, mit Tommi - trotz ihrer Feindschaft - auszureißen. Sie werden kurz nach ihrem Aufbruch von zwei Wegelagerern entführt, die dann vom König ein Lösegeld fordern.

Dreharbeiten

Dieser Märchenfilm ist eine internationale Co-Produktion aus dem Jahre 1995 nach dem Roman „The Whipping Boy“ („Der Prügelknabe“) von Sid Fleischman. Die Aufnahmen entstanden u. a. in Frankreich und auf Schloss Bürresheim mit Gaststars wie George C. Scott oder Mathilda May.
Die deutsche Synchronisation hat die Namen mehrerer Protagonisten geändert: So heißen der Prügelknabe statt Jemmy Tommy, seine Schwester statt Annyrose Annerose, der Prinz statt Horace Boris und der Spielbudenbesitzer statt Blind George Blinder Karl.

Filmkritik

• Aufwändig inszeniert ist dieser Kinderfilm des jungen Regisseurs Syd Macartney und knüpft nahtlos an die Erzählungen Charles Dickens an. Das Märchen um die Freundschaft zweier ungleicher Jungen mit nicht zu übersehender Sozialkritik birgt gute Unterhaltung ohne moralinsauren Beigeschmack.
Dresdner Morgenposz

• Ein zwischen Märchen und Sozialkritik angelegter, von unaufdringlicher Spannung und zurückhaltendem Humor getragener Kinderfilm, der seine „Botschaften“ unterhaltsam vermittelt.
Lexikon der internationeln Films

• Ein braves, gut gemeintes, aber spannungsarmes pädagogisches Märchen wie „Der Prinz und der Prügelknabe“ wird sich bei seinem anspruchsvoll gewordenen kindlichen Zielpublikum nur schwer durchsetzen können.
Kino.de

Bewertung:   6,4/10  IMDb


*** Schloss Bürresheim ***

ist nordwestlich von Mayen (Osteifel) auf einem Felssporn im Nettetal errichtet und erstmals 1157 urkundlich erwähnt. Im Gegensatz zu Dutzenden anderen Burgen, Schlössern und Klöstern in der Eifel wurde Schloss Bürresheim niemals erobert oder verwüstet. Dieses günstige Schicksal teilt die Anlage mit Burg Eltz und der Burg Lissingen.

Teile der Burg können im Rahmen einer Führung besichtigt werden - Eindringen auf eigene Faust ist unerwünscht und könnte im Burggraben oder im Verlies enden…

Das Schloss besteht eigentlich aus zwei Teilen - der Kölner Burg, die heute eine Ruine ist, und der Trierer Burg, die in gutem Zustand ist und besichtigt werden kann. Grundlage dieser Teilung ist der Teilverkauf im Jahre 1189 an den Erzbischof von Köln (daher Kölner Burg), während der andere Teil etwa 100 Jahre später an das Erzbistum Trier (daher Trierer Burg) ging.

Neben der mittelalterlichen Architektur ist die einzigartige Innenausstattung gut erhalten geblieben. Sie umfasst Stücke aus der Spätgotik bis zum Historismus - ein einmaliges Zeugnis rheinischer Adels- und Wohnkultur.
Im Internetportal »TripAdvisor« werden Schloss und Führung durchweg als »sehr gut« oder »ausgezeichnet« bewertet.

Bewertung:   4,5/5  Tripadvisor

Kinderfilm

Gemini  1994