I n der winterlichen Eifel ist der junge, japanische Mönch eine beinahe surreale Erscheinung: In traditionelle Gewänder gehüllt, mit tranceartigem Blick – und einer blutenden Wunde am Kopf. Auf die Fragen der Dorfpolizisten reagiert er nicht, sondern geht geradewegs auf das nahe Waldgebiet zu. Kommissarin Louise Bonì wird von Aachen aufs Land geschickt, um die Sache zu überprüfen.

Als sie den geheimnisvollen Mönch sieht, spürt die erfahrene Kommissarin sofort, dass Gefahr im Verzug ist – große Gefahr. Der asiatische Geistliche mit der geheimnisvollen Aura hat offensichtlich vor etwas Angst. Sie folgt ihm durch die hügelige Winterlandschaft und kann sich im letzten Moment mit ihm vor mehreren Verfolgern verstecken. Kurz darauf ist der Mönch verschwunden...

Filmkritik

• Das ist ein ungewöhnlicher Fernsehkrimi und eine hoch ästhetische Filmerzählung aus dem Geist der asiatischen Philosophie und Ikonografie.
Für die auf Dramen spezialisierten Grimme-Preisträgerinnen Hollinger und Bertele ist es ein „Grenzgang“ zwischen den Genres, und Melika Foroutan als alkoholkranke Kommissarin ist sensationell. Sie gibt dieser Antiheldin ein schön verlebtes Gesicht (für das die Maske einiges zu tun bekam).

Rainer Tittelbach

• Dramatischer, atmosphärisch dichter (Fernseh-)Krimi, der auch dank seiner überzeugenden Hauptdarstellerin Intensität und Dichte gewinnt.
Filmdienst.de

• Ein Film wie ein dunkler Traum und ein schwerer Rausch: Regisseurin Brigitte Maria Bertele und Drehbuchautorin Hannah Hollinger haben das Wagnis souverän gemeistert, den Bestseller von Oliver Bottini fürs Fernsehen zu adaptieren – als bildstarkes, dicht komponiertes, großartig reduziert gespieltes Drama, das sich traut, echte Fragen zu stellen und Unklarheiten einfach mal stehen zu lassen.
Prisma, Rupert Sommer

Bewertung:   6,5/10  IMDb


*** Burg Dreiborn ***

nahe am Nationalpark Eifel, ist die höchstgelegene Wasserburg im Rheinland (540 Meter über Normal-Null). Sie wurde um das Jahr 1300 aus Bruchstein errichtet und später teilweise verputzt. Erweitert wurde sie zwischen 1680 und 1695 um ein zweigeschossiges Wohnhaus und den Südflügel. Mit ihren breiten Wassergräben und den beeindruckenden Burgwällen ist die Burganlage ein gutes Beispiel für die Bauweise einer rheinischen Wasserburg.
Ihre wunderschöne Lage und die interessante Architektur machen sie zu einer beliebten Filmkulisse: So wurden hier zwischen 2005 und 2015 vier Fernsehfilme gedreht (Die Bluthochzeit, Pinocchio, Liliane Susewind, Begierde - Mord im Zeichen des Zen).

Die Burg Dreiborn befindet sich in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sie erlebte in ihrer Geschichte manche Glanzzeiten, aber auch verheerende Verwüstungen (zumindest aktuell nicht durch Touristen).
Die Burg stand fast 400 Jahre (von 1585 bis 1982) im Eigentum der Familie von Harff, bevor sie an den heutigen Eigentümer Max Freiherr Raitz von Frentz vererbt wurde. Als schillerndste Figur gilt immer noch Ritter Arnold von Harff (1471-1505), der über seine Pilgerfahrt in das Heilige Land, nach Ägypten und das spanische Santiago de Compostella ein reich bebildertes Reise-Tagebuch verfasste. 

Krimi

ARD  2015