E in Dorf sucht einen Mörder: Anno 1922 tötet ein kaltblütiger Mörder auf einem abgelegenen Hof eine gesamte Familie und die neue Magd. Anschließend versorgt er einige Tage die Tiere, um sich dann unerkannt vom Hof zu machen.
Bis heute wurde der Täter nie enttarnt. Allerdings lassen einige Indizien darauf schließen, dass er aus der direkten Nachbarschaft kam.

Die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli verlegt die Handlung in die 1950er Jahre, hält sich aber in vielen anderen Details an die Romanvorlage, den Bestseller der Autorin Andrea Maria Schenkel.

Dreharbeiten

Das Thriller-Drama wurde nicht im Bayerischen Wald verfilmt, wo die Morde tatsächlich stattfanden. Weil die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen die meisten Fördergelder beisteuerte, verlegte man die Dreharbeiten ins Sauerland und in die Eifel. Bei Winterscheid fand sich ein authentischer Hintergrund:
Die abgeschiedene Heltenbacher Mühle, seit Jahren verlassen und ausreichend verwittert, wurde mit 50er-Jahre-Requisiten atmosphärisch aufgemöbelt. Außerdem hat die Film-Crew die Winterscheider Hauptstraße in eine Dorfstraße aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts verwandelt. Viele der 160 Einwohner durften als Statisten in einem abendfüllenden Spielfilm mitwirken.
Die Kühe wurden als Staffage vom Nachbarhof ausgeliehen und ertrugen die ungewohnte Betriebsamkeit mit Gleichmut.

Filmkritik

• Halbherzige Horror-Anleihen: Die Verfilmung verwandelt das Buch in gediegene Konfektionsware, die von dem Grauen nur ein Surrogat übrig lässt.
Peter Körte, FAZ

• Die Verfilmung von Andrea Maria Schenkels Erfolgskrimi zeigt zunächst ein gutes Gespür für Atmosphäre, scheitert aber am engen Korsett konventioneller Drehbuchdramaturgie. Letztlich ist Tannöd aufgebaut wie ein gewöhnliches Whodunnit. Im Gegensatz zum tatsächlichen Mordfall geben Buch und Film sowohl die Identität des Mörders als auch sein Motiv preis.
Michael Kienzl, critic.tv

• Wieder so ein langatmiger Thriller, der die ganze Zeit nur so vor sich hinzieht, wo dann am Ende die Auflösung so lustlos dahingeklatscht und nicht genauer erklärt wird.
Atmosphärisch gesehen ist der Film gar nicht so schlecht gemacht. Man spürt die Trostlosigkeit in dem Kaff.

Thomas Hetzel

Bewertung:   5,6/10  IMDb


Winterscheid

liegt südwestlich von Bleialf, nahe der belgischen Grenze im Naturpark Nordeifel Hohes Venn-Eifel, und gehört zur Verbandsgemeinde Prüm. Er wurde 1304 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und hat heute knapp 150 Einwohner.
In der Liste der Kulturdenkmäler ist eine Kirche aus dem Jahr 1612 aufgeführt und ein barockes Wohnaus von 1776.

Die Tourismusförderung "Prümer Land" verspricht »Entschleunigung in der Abgeschiedenheit der Schneifel-Wälder, Weitblicke über die Wiesen und Felder der Hochebenen und die Gelassenheit der urigen Bachläufe in den Tälern.«
Touristen sollen sich anstecken lassen von der »Gelassenheit in den beschaulichen Eifeldörfern und dem entspannten Lebensgefühl einer ganzen Region«.

Bewertung:   4,2/5  Tripadvisor

Thriller • Drama

Constantin  2009