W ährend die vier Nonnen eines Frauenklosters in der Eifel ihren Tag beginnen, beschließt Bischof Rentschler den Verkauf ihres Klosters. Die Priorin willigt ein, Novizin Ruth ist empört.
Beim Bischof geht ein Protestschreiben ein, also wird eine Mediatorin zu den Nonnen geschickt, die Psychologin Ulrike Purscheck. Ihr Motivationsseminar mit dem Appell, Altes loszulassen, stößt allerdings bei den Nonnen auf verschlossene Ohren - außer bei Schwester Brionie.

Nonnen als Hausbesetzer

Der Titel klingt nach Komödie, aber eigentlich ist „Das Kloster bleibt im Dorf“ (ZDF) ein Drama: Die katholische Kirche braucht Geld und will ein altehrwürdiges Kloster verscherbeln. Die letzten Nonnen haben Gehorsam gelobt und fügen sich, besinnen sich dann aber eines Besseren und werden zu Hausbesetzerinnen.
Möglicherweise hat sich Drehbuchautor Thomas Oliver Walendy von einem ähnlichen Vorfall ganz in der Nähe inspirieren lassen: In Zweifall, einem Stadtteil von Stolberg am Rand des Naturparks Nordeifel weigerten sich vier Schwestern, das durchaus sehenswerte Karmelitinnenkloster Maria Königin (erbaut 1954/55) zu verlassen, nachdem die vatikanische Ordenskongregation im Januar 2006 das Kloster aufhob.

Anders als im Film half am Ende im echten Kloster kein veritables Wunder. Nach über einem Jahrzehnt klerikalem Ungehorsam - und unter Androhung einer Zwangsräumung durch das Bistum Aachen - ist die Klosteranlage 2017 auf einen zunächst ungenannten Käufer übergegangen. Der kündigte immerhin an, es zum multikulturellen Wohnprojekt für junge Familien, Singles oder Senioren umzuwandeln.

Dreharbeiten

Das fiktive Eifel-Kloster Fraubillenkreuz soll auf ein Wunder zurückgehen: Ein Bienenschwarm habe an dieser Stelle den heiligen Willibrord vor 1.300 Jahren vor dem Märtyrertod in den Händen übergriffiger Heiden bewahrt.
Den Mann, einen angelsächsischen Missionar im Auftrag des Herrn (vor allem bei den Friesen), gab es wirklich. Und Überzeugungsarbeit bei Ungläubigen zu leisten, war schon lange vor dem Aufkommen sozialer Medien kein ungefährliches Unterfangen.
Das Kloster der hartnäckigen Nonnen befindet sich tatsächlich in den belgischen Ardennen: Es handelt sich um die Abbaye Notre-Dame de Saint-Rémy, eine Trappisten-Abtei.
Eine Reihe von Einstellungen wurden aber auch in Monschau und in Köln gedreht. Die TV-Komödie wurde von Elke Ried und Thorsten Flassnöcker (Zieglerfilm Köln) im Auftrag des ZDF produziert.

Filmkritik

• Regisseur Walter Weber gelingt hier ein schönes Fernsehstück mit liebevoll gezeichneten Charakteren, einer guten Dosis Bosheit und wohl abgewogenem Sentiment.
TV Today

• Der Humor des Films funktioniert ausgezeichnet. Regisseur und Drehbuchautor haben ihre Pointen lieber etwas sparsamer, aber dafür mit höchster Präzision gesetzt. Die Dialoge sind intelligent pointiert, die Charaktere liebevoll entworfen.
Weberfilm.ch

• Die Rollen sind ausnahmslos gut und treffend besetzt; gerade Suzanne von Borsody spielt die Priorin als prima inter pares, die dank der Einflüsterungen der Psychologin sogar an den Grundfesten ihres Glaubens zweifelt, sehr glaubwürdig. Gleiches gilt für ihre Kolleginnen, wobei Alina Levshin als schöne Novizin naturgemäß auch als Blickfang wirkt.
Tilmann P. Gangloff, Tittelbach.tv

Bewertung:   5,9/10  IMDb

Das große Klostersterben

Das Durchschnittsalter liegt deutlich über 70, qualifizierter Nachwuchs ist kaum zu bekommen: Obwohl keiner ihrer Bewohner auf eine großzügige Vorruhestandsregelung pocht, müssen die Klöster in der Eifel eins nach dem anderen aufgegeben werden.
Das gilt für das Karmelitinnenkloster Maria Königin in Zweifall genauso wie das Benediktinerinnen-Kloster in Steinfeld, die Trappistinnen-Abtei Maria Frieden in Dahlem oder die Abtei Mariawald bei Heimbach.
Die letzten Nonnen und Mönche machen das Licht aus, versuchen aber vorher noch, irgendeine Form der sozialen Weiternutzung sicherzustellen.

Manchmal finden sich auch andere kreative Lösungen: Im niederländischen Valkenburg, nicht weit von Aachen, wurde 2016 im ehemaligen Kloster Simpelveld eine "Internationale Butler Akademie" eingerichtet.
James und seine Kollegen trainieren acht Wochen lang für den perfekten Umgang mit der Etikette, zum stolzen Preis von rund 14.000 Euro pro Person. Sie decken Tische ein, kochen, reinigen und servieren. Später landen die Absolventen nicht selten beim Hochadel oder bei reichen Geschäftsleuten. Man dient immer noch dem Herrn, aber eben einem anderen...

Start-up auf Gut Reichenstein

Überall in der Eifel werden Klöster dichtgemacht, aber nicht weit von Monschau - und nur ein Steinwurf von der belgischen Grenze entfernt - haben Mönche Ende 2017 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten die über 900 Jahre alte Klosteranlage Reichenstein wiederbelebt. Später einmal sollen bis zu 25 Benediktiner im Kloster leben; Führungen für interessierte Gruppen gibt es bereits jetzt, und einen Klosterladen hat man natürlich auch schon eingerichtet.

Pikantes Detail: Das Erzbistum Aachen steht dem kirchlichen »Start-up« ziemlich distanziert gegenüber, das sich den Regeln des heiligen Benedikt, der lateinischen Liturgie und dem Schweigen verpflichtet sieht. Der Orden, so mokieren sich die Aachener, stehe der Priesterbruderschaft Pius X nahe, das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche sei ungeklärt. Konservative Dissidenten also...

Private-Public-Partnership

Auch das Kloster Steinfeld neben der berühmten "Eifel-Basilika" wurde im Herbst 2013 zum Verkauf gestellt wurden. Zwei Wochen vor Weihnachten konnte dann die frohe Botschaft verkündet werden: Die Salvatorianer bleiben in Steinfeld, der aus Mechernich-Wachendorf stammende Bierbrauer Wolfgang Scheidtweiler macht das nötige Kleingeld locker, um das Kloster weiterzubetreiben.
Mit seiner Unterstützung entstand 2015 im ehemaligen Internat und dem Gästehaus des Klosters ein Tagungszentrum mit 180 Betten im 4-Sterne-Bereich.


*** Monschau ***

ist mit seiner historischen Altstadt und der imposanten Hecken- und Vennlandschaft die Top-Destination für Belgier und Holländer in der Eifel. Beim Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt und hinter den romantischen Fachwerkfassaden erwartet den Besucher ein vielfältiges Kunst-, Kultur- und Museenangebot. Die Stadt ist Mitglied im Arbeitskreis Historische Stadtkerne Nordrhein-Westfalens und darf sich seit 1996 Luftkurort nennen. In der näheren Umgebung sind zahlreiche Bunkerruinen und Panzersperren des ehemaligen Westwalles zu finden.

1198 wurde Monschau als Mons Ioci zum ersten Mal erwähnt, 1352 bekam die Siedlung Stadtrechte. Die Herzöge von Limburg hatten zu dieser Zeit die Monschauer Burg bereits ausgebaut. Am Ende des 16. Jahrhunderts begann die Ära der Monschauer Feintuchproduktion, die den Wohlstand der Stadt in den nächsten Jahrhunderten begründete. Davon zeugt heute u.a. das »Rote Haus«, das gleichzeitig Produktionsstätte und Wohnhaus der Textildynastie Scheibler war.

Touristen mit kulinarischen Präferenzen besuchen die historische Senfmühle, die Brauerei Felsenkeller und die Caffee-Rösterei Wilhelm Maassen, die nicht nur authentische Mitbringsel feilbieten, sondern auch einen Blick auf Produktion erlauben.

1971 verpackte das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude die Haller-Ruine und Teile der Monschauer Burg. Das "CHRISTO projekt monSCHAU" stellt eine der ersten großen Open-Air-Verhüllungen der Künstler dar - und war bei den Einwohnern seinerzeit heftig umstritten!

Mit der WDR-Produktion »Die Stadt im Tal« startete im selben Jahr Monschaus Karriere als führender Filmschauplatz der Eifel.

Bewertung:   4,6/5  Tripadvisor

Komödie

ZDF  2015


Trailer