D ie blonde Schwedin Ann (Nadine Petry) und ihr lettischer Verlobter Gero (Lars Steinhöfel) machen eine gemeinsame Europatour, die Gero mit seiner neuen Videokamera dokumentiert. Einen ersten Dämpfer erhält der romantische Liebesurlaub, als der Mietwagen mitten in der dicht bewaldeten Eifel den Geist aufgibt.
Also sammeln Vinzent (Pit Bukowski) und Franzi (Cristina do Rego) die Touristen am Straßenrand auf und bringen sie in eine abgelegene Waldhütte, wo Doreen (Sonja Gerhardt) und Tom (Lars Walther) bereits auf ein Party-Wochenende warten.
Anfangs herrscht gute Laune, doch nach einer Geisterbeschwörung mehren sich grausige Ereignisse: Der Strom fällt aus, ein mysteriöser Fremder (Uwe Rohde) schleicht durchs Gehölz und schließlich verschwindet Franzi. Ob da ein Dämon sein Unwesen treibt?

Der Genre-Test

Der Film ist das Regiedebüt des bisher als Schauspieler bekannten Axel Stein. „Tape_13“ feierte Weltpremiere bei den 64. Internationalen Filmfestspielen Berlin.
Found Footage-Horrorfilme aus Deutschland sind bislang rar gesät. Mit diesem Begriff wird eine bei Horrorfilmen angewandte narrative Gestaltungsmethode beschrieben. In der Handlung dieser Filme geht es oft um Aufnahmematerial, das verstorbenen oder vermissten Personen zugeordnet, und erst im Nachhinein gefunden wird.
Rat Pack (Wir sind die Nacht) und Filmemacher Axel Stein wollten das mit ihrem ambitionierten Genrebeitrag Tape_13 ändern - viele Fans haben sie damit aber nicht gewonnen:

Filmkritik

• Der durch Klamotten wie „Harte Jungs“ bekannt gewordene, zuletzt in „Nicht mein Tag“ an der Seite von Moritz Bleibtreu überzeugende Schauspieler Axel Stein erinnert uns mit seinem Regiedebüt „Tape_13“ aber daran, dass nicht jeder deutsche Genrefilm gleich Gold wert ist. In Steins Found-Footage-Horrorfilm, der auf der Berlinale 2014 seine Premiere feierte, treffen Klischees auf hölzerne Dialoge und eine profillose Inszenierung.
Christian Hern, Filmstarts

• In "Tape_13" wirkt alles so aufgesagt und nachgeplappert wie das Englisch der deutschen Darsteller - und man fragt sich nach der x-ten willkürlich eingeschobenen Großaufnahme von Details wie Fliegen und anderem Zeug was dieser armselige Kindergeburtstag eigentlich soll. Atmosphärisch dicht oder gruselig ist das alles jedenfalls nicht.
Thomas Groh, Perlentaucher

• In der Eifel spielender Horrorfilm als misslungenes Regiedebüt eines deutschen Komikers. Eine Ansammlung all dessen, was Backwood-Horror und Found-Footage-Stil an Klischees bereithalten, einfallslos inszeniert und ohne jede Originalität.
Filmdienst

• Ich muss mich den Kitikern dieses Filmes leider anschließen. Der Titel ist gut, aber der Film ist eher ein Schulprojekt der Video AG aus den Frühen Neunzigern.
In der heute sehr technisierten Welt, kann ein Film mit jungen Leuten im Wald, in einem Holzhaus niemanden mehr beeindrucken. Mehr Inhalt ist aber nicht in diesem Film. Mich persönlich nerven diese Wackelkameraaufzeichnungen und in diesem Film der unmögliche Zusammenschnitt.

N. Muenn

Bewertung:   3,3/10  IMDb

Der Regisseur: Axel Stein

Bereits mit zwölf Jahren spielte Axel Stein mehrere Gastrollen in diversen Fernsehserien, mit der Serie Hausmeister Krause begann 1998 seine eigentliche Fernsehkarriere.
2001 und 2002 trat er als Gast in verschiedenen deutschen Fernsehserien wie Der Fahnder und SK Kölsch auf und drehte Fernseh- und Kinofilme wie Schule, Die Klasse von ’99, Feuer, Eis & Dosenbier und Knallharte Jungs. Zur gleichen Zeit produzierte Stein auch seine erste eigene Comedy-Serie Axel! für das Fernsehen.

2002 gewann Stein den Deutschen Comedypreis in den Kategorien Bester Newcomer, Beste Comedyserie (Hausmeister Krause) und Bester Kinofilm (Knallharte Jungs). Er war 2003 erneut für den Deutschen Comedypreis in der Kategorie Bester Schauspieler nominiert, gewann den Jupiter Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller 2002 und erhielt eine Nominierung für den internationalen Fernsehpreis Rose d’Or in der Kategorie Beste Sitcom.

Der Ausflug in die Regie mit Tape_13 sollte 2014 ein einmaliger Ausrutscher bleiben, seiner weiteren Karriere als Darsteller hat es wohl nicht geschadet.


*** Hellenthal ***

Zwei Burganlagen und ein Besucher-Bergwerk, ein Wildgehege mit Greifvogelstation, eine Talsperre und ein historischer Schienenbus - die Sehenswürdigkeiten der kleinen Eifelgemeinde (knapp 8.000 Einwohner) reichen locker für drei oder vier touristische Destinationen.
Ganz zu schweigen von den gut ausgebauten (Rad-)Wandertouren der Region, den Narzissenwiesen in Hollerath und den Wintersportangeboten am Weißen Stein - na gut, die Winter in der Eifel sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren…

Dabei bildet bis heute nicht der Tourismus, sondern die metallverarbeitende Industrie in den Tallagen von Hellenthal und Blumenthal mit rund 1.500 Arbeitsplätzen das wirtschaftliche Fundament der Gemeinde.

Hellenthal Panorama

Unter Tage

Mit ihren Erzvorkommen galt die Eifel schon in der Antike (Kelten, Römer) als eines der wichtigsten Abbaugebiete nördlich der Alpen; hier entwickelte sich die Keimzelle der deutschen Montanindustrie.
Das Bleierzbergwerk bei Hellenthal-Rescheid ist urkundlich seit 1543 bekannt. Mitte der achtziger Jahre begann der Heimatverein zusammen mit Wissenschaftlern der Hochschule Aachen das Bergwerk wieder freizulegen; mittlerweile finden täglich Führungen unter Tage statt.

Eisenbahnfans können Hellenthal jeden Sonn- und Feiertag im Sommerhalbjahr mit einem historischen MAN-Schienenbus von Kall aus erreichen.

Mittelalterflair

Reifferscheid und Wildenburg sind zwei typische Burgsiedlungen im Gemeinde­gebiet. Die Burgruine Reifferscheid mit ihrem historischen Ortskern geht in der ältesten Bausubstanz auf das 11. Jahrhundert zurück. Die Wildenburg, einzige nicht zerstörte Höhenburg bei Hellenthal im Kreis Euskirchen aus dem 12. Jahrhundert, wird heute als Begegnungs-, Erholungs- und Bildungsstätte genutzt.

Greifvogelstation

Ein besonderes Ausflugsziel für die ganze Familie ist das Wildgehege Hellenthal mit angeschlossener Greifvogelstation, dem Herzstück der Anlage.
Bei den regelmäßigen Flugvorführungen werden Adler, Bussarde, Milane und Falken mit waghalsigen Manövern in freiem Flug gezeigt. Den Besuchern wird geraten, besonders auf ihre kleinen Hunde aufzupassen...

Die Nachzuchterfolge der Station sind beeindruckend, viele Greifer wurden in den letzten Jahren ausgewildert.
Neben den Greifvögeln begegnet der Besucher auf der 65 ha großen Parkanlage überwiegend einheimischen Wildarten wie Rotwild, Damwild, Schwarzwild, Fuchs und Luchs.

Bewertung:   4,4/5  Tripadvisor