A uf einem vom Space Shuttle aufgenommenen Foto entdeckt der Astronaut Dr. Ulrich Kirchner (Heiner Lauterbach) ein unbekanntes Gebilde. Als er im chilenischen La Silla, einem der größten Observatorien, dem Phänomen auf den Grund gehen will, erntet er nur Spott von seinem Vater, dem renommierten Astrophysiker Prof. Otto Kirchner.
Doch gemeinsam mit dem Franzosen Lapierre findet Ulrich etwas sehr Beunruhigendes heraus: Das "Gespinst" ist eine riesige Giftwolke ist, die auf die Erde zutreibt.

Gnade für die Aliens

Die Regierungen werden eingeschaltet. Ulrichs Vater plant mit einem Stab aus Wissenschaftlern, Militärs und Politikern, die Wolke durch den Einsatz atomarer Waffen zu zerstören.
Ulrich Kirchner und Lapierre sind jedoch überzeugt, es mit einer fremden Intelligenz zu tun zu haben. Wie besessen kämpfen sie darum, das Gespinst mit friedlichen Mitteln zum Abzug zu bewegen...

Science Fiction aus Deutschland

Eine Science-Fiction-Reihe, an der seit 1961 kontinuierlich weitergeschrieben wird, und von der inzwischen über 1 Milliarde Hefte verkauft wurden - das kann es doch nur in den USA geben?

Weit gefehlt, die Rede ist von den deutschen Perry Rhodan-Romanen, der umfang­reichsten und am längsten laufenden Fortsetzungsgeschichte der Welt.
Unter dem Titel "Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall" kam 1967 eine italienisch-deutsch-spanische Koproduktion in die Kinos, die jedoch von Kritikern und Fans gnadenlos zerrissen wurde.

Klassiker des Genes wurden in Deutschland schon zu Stummfilmzeiten gedreht wie beispielsweise "Metropolis" (1927) oder "Die Frau im Mond" (1929), beide unter der Regie von Fritz Lang.
In der Nachkriegszeit entdeckte Hollywood, dass Raumschiffe zwar deutlich mehr Produktionskosten verschlingen als Pferdekutschen, dafür aber auch viel mehr (jüngere) Besucher in die Kinos locken und sich wunderbar für Fortsetzungsreihen eignen. So entstanden Serien wie "Star Wars" und "Star Trek / Raumschiff Enterprise", "Planet der Affen" und "Terminator", "Matrix" und "Alien" und viele weitere Blockbuster.

Dass auch in Deutschland erfolgreiche Science Fiction-Filme gedreht werden, wird dabei gerne übersehen. So belegt "(T)Raumschiff Surprise", eine Parodie auf die Raumschiff Enterprise-Serie, mit über 9 Millionen Kino-Zuschauern Platz zwei auf der Liste der erfolgreichsten deutschen Filme.

Einen Kultstatus besitzen die 7 Folgen der "Raumpatrouille", nachdem 1966 die Münchner Bavaria Studios die Abenteuer des schnellen Raumkreuzers Orion - seinerzeit noch in schwarz/weiß - auf die TV-Mattscheiben gebracht hat. Zwar gab es zur Enttäuschung der Fans keine echte Fortsetzung, wohl aber 2003 einen Zusammenschnitt mehrerer Folgen unter dem Titel "Raumpatrouille Orion – Rücksturz ins Kino".
Am Rand der Eifel, in Golzheim bei Düren, hat Josef Hilger, ein ehemaliger Elektro-Ingenieur der Deutschen Telekom, sogar ein eigenes Orion-Museum eingerichtet. Neben vielen Requisiten - z.B. dem berühmten Bügeleisen, das als Teil der Kommandostation in der Serie zu sehen ist - hat er inzwischen praktisch alle Drehbücher, Filmstreifen und Skizzen der Techniker, die für die Effekte sorgten, zusammengetragen.

Dreharbeiten

Unter der Regie von Ilse Hofmann wird "Das Gespinst" 1985 im Auftrag des WDR von der Münchner Monaco-Film produziert, aus der 1998 nach einer Übernahme die Odeon Film AG hervorgeht.
Die Umsetzung von Science Fiction-Themen fürs Kino oder Fernsehen ist teuer: Der Zuschauer erwartet ein entsprechendes "Ambiente" und beeindruckende Spezialeffekte. Mit Sicherheit können Hollywood-Studios die notwendigen Summen leichter aufbringen als öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten in Deutschland.

Um die Zuschauer-Erwartungen auch bei begrenzten finanziellen Mitteln einigermaßen zu erfüllen, ist viel Kreativität gefragt. Die hatte schon 20 Jahre zuvor Theo Nischwitz bewiesen, der Leiter der Bavaria-Trickabteilung. Für die Tricktechnik bei der ARD-Serie "Raumpatrouille" ließ er u.a. verfremdete Bügeleisen und Bleistiftanspitzer als Armaturen und Plastikbecher als Deckenleuchten einsetzen.
Andererseits hilft auch die Auswahl des Film-Sets dabei, die Kosten im Rahmen zu halten. Und was liegt näher, bei einem astronomischen Phänomen einen Teil der Handlung in eine Sternwarte zu verlegen?
Da passte es gut, dass bei den Dreharbeiten Effelsberg bei Bad Münstereifel das weltweit größte bewegliche Radioteleskop war - eine wahrlich beeindruckende Kulisse!

Bewertung:   5,1/10  IMDb


*** Radioteleskop Effelsberg ***

Wie in einem Science-Fiction-Film ragt die Antenne des Radioteleskops von Effelsberg als riesige Schüssel mit Gitterrand aus dem Tal des Effelsberger Baches empor.
Sie ist ein Wahrzeichen der Eifel: Die 100-Meter-Schüssel des Radioteleskops Effelsberg, die seit nunmehr 50 Jahren in die Tiefen des Universums lauscht.
Allerdings hoffen die Wissenschaftler weniger auf Lebenszeichen von Außerirdischen. Vielmehr sammelt und bündelt die riesige Parabolantenne einfallende Radiostrahlung.
Einer der größten Erfolge in Effelsberg ist die Entdeckung von Wasser in einer Entfernung von zehn Milliarden Lichtjahren. "Das sind Signale aus einer Zeit, als es unsere Sonne und unsere Erde noch gar nicht gegeben hat", erklärt Astrophysiker Dr. Norbert Jungkes. Das ermögliche einen Blick zurück in die Geschichte des Universums. Außerdem können dank der Riesenschüssel große Teile des Himmels kartiert werden.

Der Bau des Teleskops beginnt 1968, nachdem das kleine Tal nahe des Eifelstädtchens Effelsberg aus über 30 möglichen Standorten ausgewählt wurde. Es geht zügig voran: Schon nach einem halben Jahr stehen große Teile der Stahlkonstruktion. Es ist eine technische Meisterleistung, denn bis dahin wurde noch nie so viel Metall so präzise zusammengebaut.
Am 12. Mai 1971 trifft sich die internationale Wissenschaftselite in Effelsberg, um das damals größte bewegliche Radioteleskop der Welt feierlich einzuweihen.
Der Weltmeistertitel hat knapp 29 Jahre Bestand. Erst im Jahr 2000. wird in den USA ein etwas größeres Teleskop gebaut und verdrängt Effelsberg auf Platz 2.

Zu Fuß durch´s Sonnensystem

Von Bad Münstereifel zum Radioteleskop verläuft der 13 km lange Radioteleskopweg. Teil dieses Wanderwegs ist seit Herbst 2004 ein 800 m langer Planetenweg mit Informationstafeln zum Sonnensystem mit der Sonne und deren Planeten inklusive des Zwergplaneten Pluto, der maßstäblich betrachtet entlang des Weges 766 m von der Sonne entfernt ist. Der Weg endet an einem Sonnenmodell von 39 cm Durchmesser am Besucherpavillon des Radioteleskops.
Zum 50jährigen Jubiläum wurde im Mai 2021 mit dem Zeitreiseweg - neben dem Planeten-, Milchstraßen- und Galaxienweg - der vierte astronomische Themenwanderweg fertiggestellt. Er verläuft als Rundweg von 5 km Länge um das Radioteleskop und berichtet auf 20 Tafeln aus der Geschichte des Radioteleskops Effelsberg.

Der Besucherpavillon hält ausführlichem Informationsmaterial bereit, es gibt Audio- und Videopräsentationen sowie Vorträge zur Arbeit am Observatorium Effelsberg. Das Aussichtsplateau ermöglicht den Blick auf das 100-m-Radioteleskop – besonders interessant für Hobby-Fotografen.

Bewertung:   4,5/5  Tripadvisor

Sci-Fi

Novafilm  1985






Sternzeit: Das himmlische Tal von Effelsberg (DLF)