18. Jahrhundert, die Zeit vor der französischen Revolution:
Der irische Jüngling Redmond Barry tritt, enttäuscht von der Liebe und auf der Flucht vor dem Gesetz, eine weite Reise an. Seines ganzen Geldes beraubt, meldet er sich als Freiwilliger in der britischen Armee, die auf Seiten Preußens im siebenjährigen Krieg kämpft.
Durch eine Reihe von Tricks, Schwindeleien und Zufällen kann er sich absetzen und schließlich sogar in den englischen Adel einzuheiraten, wo er den Namen Barry Lyndon erhält.

Wie gelingt es einem irischen Burschen ohne Zukunftsaussichten, in den englischen Adel des 18. Jahrhunderts aufzusteigen? Barry Lyndon (Ryan O'Neal) will es schaffen - auf Teufel komm raus!
Er schmachtet nach den Frauenzimmern, sieht im Duell dem Tod ins Auge, versucht sich als Vagabund, Soldat im Siebenjährigen Krieg, als Lebemann, Spion und Falschspieler - und erklimmt dabei stetig die Sprossen, die Karriere, Erfolg und Reichtum versprechen.

Der Regisseur

Stanley Kubrick (* 1928 in New York, † 1999 in London) war einer der bekanntesten Hollywood-Regisseure. Vier seiner Streifen gelten heute als Klassiker der Filmgeschichte: „Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“, „2001: Odyssee im Weltraum“, „Uhrwerk Orange“ und „Barry Lyndon“.
Folgerichtig wurden alle für den Oscar als besten Film nominiert, keiner darunter erhielt letztlich die begehrte Auszeichnung.

Dreharbeiten

Eifelkrimi-Autor Ralf Kramp und seine Frau Monika haben es sich auf der Fernsehcouch gemütlich gemacht - und trauen ihren Augen nicht:
"Das ist doch unser Freilichtmuseum in Kommern!"
Der kurze Kameraschwenk zeigt eindeutig die Fachwerkhäuser der Baugruppe Eifel. Keine Schauspieler, keine Action, aber immerhin...

In 300 Tagen Drehzeit an Sets in Großbritannien, Irland und Deutschland - darunter Schloss Ludwigsburg bei Stuttgart und das Hohenzollern-Schloss Hechingen - gelang es dem Perfektionisten Kubrick, historische Ausstattungsdetails mit absoluter Genauigkeit zu inszenieren.
Richtige Spannung kam auch bei den Dreharbeiten auf: Nach Bombendrohungen durch die Terrororganisation IRA musste das Drehteam in Irland seine Zelte abbrechen.
Seinen Abenteuer- und Kostümfilm vergleichen Kritiker gerne mit einer Gemäldegalerie, einer bewegten Abfolge von lebendig gewordenen Bildern, farbenprächtig, satt, barock.
Trotz eines seinerzeit beachtlichen Budget von 12 Millionen Dollar, bekannten Darstellern wie Ryan O’Neal, Patrick Magee und Hardy Krüger, überschwänglichen Kritiken und vier (Neben-)Oscars, u.a. für Musik und Ausstattung, floppte der Streifen an den Kinokassen.

Filmkritik

• Der schönste Film aller Zeiten: „Barry Lyndon“ gilt als der wohl ästhetisch ausgefeilteste Film von Stanley Kubrick. Ihm eilt aber seit seinem Kinostart im Jahr 1975 der Ruf nach, behäbig und langweilig zu sein.
Marc Vetter

• „Barry Lyndon“ gilt als der wohl ästhetisch ausgefeilteste Film von Stanley Kubrick. Ihm eilt aber seit seinem Kinostart im Jahr 1975 der Ruf nach, behäbig und langweilig zu sein.
Ulrich Behrens, Filmstarts.de

• Ein Film, der nachreift und zu dem man nach Mehrfachsichtungen wahrscheinlich noch besseren Zugang findet.
J.F.Lannister

Bewertung:   8,1/10  IMDb


*** Kommern ***

gilt mit seinen gut 4.500 Einwohnern als »touristische Perle der Stadt Mechernich« und ist wegen seines geschlossenen Fachwerkensembles im historischen Ortskern bekannt. Zu den kulturhistorisch bedeutenden Bauten gehören – neben den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern - die neugotische Pfarrkirche Sankt Severin aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die im Privatbesitz befindliche Burg aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Kommern war über Jahrhunderte ein wichtiges Zentrum des Blei- und Silberbergbaus. Dieser wurde von der noch heute sehenswerten Burg Kommern, einem Sitz der Herzöge von Arenberg, verwaltet.

Das LVR-Freilichtmuseum

1972 fand in Kommern die Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen statt. Bereits 15 Jahre zuvor begannen in der Nähe die Arbeiten zum Aufbau eines großen Freilichtmuseums, dessen Träger der Landschaftsverband Rheinland (LVR) wurde. Auf dem 110 ha großen Gelände sind ca. 80 historische Gebäude aus der ehemaligen preußischen Rheinprovinz originalgetreu aufgebaut, eingebettet in eine Museumslandschaft mit Äckern, Bauerngärten und Obstwiesen.

In der Dauerausstellung „WirRheinländer“ wird die Geschichte des Rheinlandes und das Leben der Rheinländer von der französischen Besetzung 1794 bis in die Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders nach 1950 gezeigt. Die Besucher durchwandern dabei in einer Ausstellungshalle eine Geschichtsgasse mit mehr als 50 Nachbauten von Gebäuden aus dem Rheinland. Darüber hinaus zeigt das LVR-Freilichtmuseum Kommern jährlich mehrere Wechselausstellungen.

Bewertung:   4,4/5  Tripadvisor

Drama/Romanze

Warner  1975