F ür Sophie und Bräutigam Mark soll es der schönste Tag in ihrem Leben werden. Ein unvergesslicher Tag. Das wird ihre Hochzeit auch, aber nicht im ursprünglich angedachten Sinne.
Marks schwerreicher Vater Hermann Walzer (Armin Rohde) gibt sich die größte Mühe, bei der Feier den alles beherrschenden Patriarchen herauszukehren. Er hat einen idyllischen Landgasthof in einer alten Burg in der Eifel reserviert und alles läuft zunächst nach Plan.

Feindliche Übernahme

Walzer will dem in Finanznöten steckenden Gourmetkoch Franz Berger (Uwe Ochsenknecht) dessen Anwesen abkaufen und überreicht ihm ein Angebot, das der Restaurantchef eigentlich nicht ablehnen kann.
In der Küche geht indes einiges schief. Als die Shrimps verdorben zu sein scheinen, gerät die Situation völlig außer Kontrolle. Walzer weigert sich, die Rechnung zu bezahlen und marschiert mitsamt der Hochzeitsgesellschaft wutschnaubend ab. Leider vergessen sie die Braut Sophie und deren Schwiegermutter Hannelore (Imogen Kogge).
Berger schließt die Tore seines Besitzes und sperrt seine „Geiseln“ im Bad ein. Der Walzer-Clan belagert indes die Burg und feuert erste Warnschüsse ab...

Dreharbeiten

Auf Burg Dreiborn, oberhalb von Schleiden am Nationalpark Eifel, sind nahezu sämtliche Aufnahmen für die "Bluthochzeit" entstanden.
Warum, das erklärt Marc Conrad, mehrfach ausgezeichneter Film- und Fernsehproduzent: "Wir können praktisch alle Innen- und Außenaufnahmen in Dreiborn drehen, die Burg ist einfach perfekt. Das spart teure Atelier-Mieten oder ein aufwändiges Umherziehen der Crew."

Regie bei der 6,5-Millionen-Euro-Produktion führte der Flame Dominique Deruddere. Und weil Dreiborn eine so spannende Kulisse bietet, hat Deruddere sogar das Drehbuch noch einmal umgeschrieben - Burg und Gelände sollen noch stärker in die Filmhandlung einbezogen werden.
Wichtigster Schauplatz ist die alte Mühle. Sie wurde nach Entwürfen von Szenenbildner Hubert Pouille ("Toto, der Held") zum Hotel-Restaurant umgebaut und in eine "Bruchstein"-Maske aus Silikon-Schaumstoff gepackt.
Für einen Teil der Innen-Aufnahmen wurden mehrere Räume im Hauptbau nebenan in Hotelzimmer verwandelt. Aber auch draußen hat sich das Gelände immer mehr in einen Film-Set verwandelt: Neue "Mauern" aus Holz und Schaumstoff wurden gesetzt, alte ausgebessert und verschönert, Bäume gepflanzt, Blumenbeete eingesät. Auch der Wohnturm der Burgpächterfamilie ist eingerüstet, um für den Film einen neuen Anstrich zu bekommen.

Filmkritik

• So eigenwillig die Figuren sind, man erkennt seine Zeitgenossen wieder, liebevoll gedreht und gut durchdacht. Ein Film, der sich lohnt, um Vorurteile gegen deutsches Kino abzubauen.
Julian

• Die deutsch-belgische Co-Produktion unterhält mit packenden Charakteren und einem exzellenten Ensemble, das kleine Schwächen in der Glaubwürdigkeit überspielt.
Carsten Baumgardt, Filmstarts.de

• Provinz-Burleske über den Miniaturkrieg zweier Dickköpfe und die Eigendynamik von Gewalt: Ein zunächst harmloses Familienfest eskaliert zum gewalttätigen Machtkampf zweier unversöhnlicher Rivalen, eine hochklassige, extrem spannende Genre-Mixtur aus schwarzer Komödie und Rachethriller.
Cinema.de

Bewertung:   6,6/10  IMDb


*** Burg Dreiborn ***

nahe am Nationalpark Eifel, ist die höchstgelegene Wasserburg im Rheinland (540 Meter über Normal-Null). Sie wurde um das Jahr 1300 aus Bruchstein errichtet und später teilweise verputzt. Erweitert wurde sie zwischen 1680 und 1695 um ein zweigeschossiges Wohnhaus und den Südflügel. Mit ihren breiten Wassergräben und den beeindruckenden Burgwällen ist die Burganlage ein gutes Beispiel für die Bauweise einer rheinischen Wasserburg.
Ihre wunderschöne Lage und die interessante Architektur machen sie zu einer beliebten Filmkulisse: So wurden hier zwischen 2005 und 2015 vier Fernsehfilme gedreht (Die Bluthochzeit, Pinocchio, Liliane Susewind, Begierde - Mord im Zeichen des Zen).

Die Burg Dreiborn befindet sich in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sie erlebte in ihrer Geschichte manche Glanzzeiten, aber auch verheerende Verwüstungen (zumindest aktuell nicht durch Touristen).
Die Burg stand fast 400 Jahre (von 1585 bis 1982) im Eigentum der Familie von Harff, bevor sie an den heutigen Eigentümer Max Freiherr Raitz von Frentz vererbt wurde. Als schillerndste Figur gilt immer noch Ritter Arnold von Harff (1471-1505), der über seine Pilgerfahrt in das Heilige Land, nach Ägypten und das spanische Santiago de Compostella ein reich bebildertes Reise-Tagebuch verfasste. 

Komödie • Drama

Constantin  2005