L ea, eine Gymnasiastin aus wohlhabendem Elternhaus, ist gelangweilt und frustriert. Sie zweifelt am Lebensentwurf ihrer Eltern, die sich für weltoffen und umweltbewusst halten, und glaubt, dass sie selbst mehr tun möchte, um sich für eine bessere Welt einzusetzen.
Als sich dann Tristan, ein neuer Mitschüler, mit den Außenseitern Zazie, Rahim und Hagen anfreundet, ist Leas Interesse geweckt. Geschickt nutzt Tristan die persönlichen Lebensumstände der sehr unterschiedlichen Teenager, um sie auf einen gemeinsamen Kampf gegen vorgebliche Missstände und Ungerechtigkeiten einzu­schwören.

Die Welle

Die von Anca Miruna Lazarescu und Mark Monheim inszenierte Serie basiert lose auf dem Jugendbuchklassiker "Die Welle". Die Drehbücher zur Serie schrieb Jan Berger. In dem Roman erzählt Morton Rhue von einem erstmals 1967 in den USA durchgeführten Sozialexperiment, in dem gezeigt wird, wie aus unbedarften jungen Menschen blinde Anhänger von autokratischen Führungsfiguren werden können. Das Experiment geriet außer Kontrolle und wurde nach fünf Tagen abgebrochen.
2008 wurde der Stoff bereits mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle fürs Kino umgesetzt. Die Netflix-Serie überträgt das Experiment nun in die Gegenwart und zeigt, wie aus einer Gruppe Jugendlicher mit Idealen eine gewaltbereite Bewegung werden kann. "Aus der Welle, wird irgendwann ein Tsunami", orakelt Tristan. Aber wie stoppt man solch eine Naturgewalt?
Im Original wendet ein Geschichtslehrer autoritäte Methoden an, um seinen Schülern Faschismus näher zu bringen. In "Wir sind die Welle" ist es ein jugendlicher Straftäter, der einen Protestgruppe ins Leben ruft, die sich eher dem linksextremen Spektrum zuordnen lässt.

Dreharbeiten

Die meisten Schauplätze der sechsteiligen Netflix-Serie „Wir sind die Welle” befinden sich in NRW, darunter auch das ehemalige Schlachthaus von Euskirchen an der Erftstraße, das inzwischen unter Denkmalschutz steht. Der Betrieb war 1903 gestartet und kam im Februar 2017 endgültig zum Erliegen.

Das Geheimquartier der jugendlichen Serienfiguren ist ein verlassenes Schwimmbad am Brabanter Platz in Alt-Hürth, das Alfred-Schütte-Werk in Köln-Poll wird als Waffenfabrik umfunktioniert, und auch die Kölner Südbrücke wird zum Drehort.

Filmkritik

• Der Ansatz mag halbwegs clever sein, die Referenzen sind es nur bedingt und haben eher was von alberner Parodie. Das könnte man zweifelsohne noch verschmerzen, wenn die Macher der Serie wenigstens wirklich etwas zu sagen hätten.
Filmstarts.de

• Die Serie ist völlig unentschlossen, ob sie vor der Eigendynamik solcher Bewegungen warnen oder den Mut zum lauten Neinsagen anstacheln soll.
Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Nachrichten

• Für eine deutsche Mainstreamproduktion – das ist jede von Netflix produzierte Serie auf Grund der enormen Reichweite – ist „Wir sind die Welle“ erfrischend politisch. Hier werden die Probleme wie Fremdenhass, Profitgier und Klimawandel nicht nur brav abgehakt, sondern in den Aktionen der Welle-Mitglieder teilweise relativ komplex hinterfragt.
Jörg Taszman, Deutschlandfunk Kultur

• Verwässert wird die Handlung vor allen Dingen durch die vielen kleinen Nebengeschichten, die das Erwachsenwerden der Hauptcharaktere beschreibt. Auch wenn die Konflikte rund um Anerkennung und junge Liebe glaubwürdig dargestellt werden, hätte man sich von "Wir sind die Welle" etwas mehr Gesellschaftskritik und weniger Coming of Age gewünscht.
Julian Weinberger, prisma

Bewertung:   6,2/10  IMDb


*** Euskirchen ***

Die Kreisstadt am Rand der Nordeifel mit annähernd 60.000 Einwohnern war bis Anfang der sechziger Jahre ein Zentrum der Textilindustrie. In der ehemaligen Tuchfabrik Müller - nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Industriemuseum wieder zum Leben erweckt – sieht es so aus, als hätten die Arbeiter gerade erst die Maschinen verlassen.
Stolz ist man in Euskirchen auch auf das eigene Stadtmuseum, das zu einer Zeitreise von den Römern bis ins 21. Jahrhundert einlädt und die historische Stadtmauer baulich integriert.

Panorama Euskirchen

Historisch interessierte Besucher freuen sich über insgesamt zwölf (Wasser-)Burgen im Stadtgebiet, die auf der 45 Kilometer langen Euskirchener Burgenrunde von außen besichtigt werden können.

Karibik-Feeling in Euskirchen: Ein Becken umrandet mit mehr als 500 Palmen, eine Sauna mit Blick auf ein Riesenaquarium, das Dach zirka 200 Tonnen schwer, bei schönem Wetter geöffnet, auf einer Fläche von 18.000 qm, umhüllt von einem regelrechten Glaspalast.
Mit diesen Superlativen eröffnete Ende 2015 eines der größten Spaßbäder Europas. Die Kosten von annähernd 60 Mil. Euro stemmte der Investor der "Thermen und Badewelt" Josef Wund, der vergleichbare Anlagen bereits erfolgreich in Süddeutschland betreibt.

Bewertung:   4,2/5  Tripadvisor