I In der Eifel muss man nur tief genug graben …
Eine uralte Tankstelle an einer Straße, die ins Nichts führt, mit verbeulten Zapfsäulen, einer kaputten Waschanlage, mit abgelaufenen Schokoriegeln und vergilbten Zeitungen. Rost-Horst, der Tankstellenpächter, liegt im Krankenhaus, und ausgerechnet Herbie Feldmann soll für ein paar Tage den Laden schmeißen.

Wie konnte sich Horst all die Jahre über Wasser halten? Mit dem Verkauf von Sprit jedenfalls nicht, das steht außer Frage.
Als auf dem Brachland nebenan ein menschliches Skelett ausgegraben wird, kommt plötzlich Leben in die Einöde. Der Bauer Hepp Kaltwasser ist stolz, weil er seine Vermutungen endlich bestätigt sieht:
Hier schlummert eine Römervilla in der Erde! Und auch Herbie macht einen haarsträubenden Fund, aber den muss er unbedingt vor den Leuten verbergen, die von nun an seine Tanke belagern …

Rezensionen

• Die Eifel ist schon ganz speziell: Wie immer lesenswert - Herbie und Julius sind einfach Kult! Hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung.
Birgitte Jaax

• Routiniert locker-flockig geschrieben ist der Krimi geprägt von Sprachwitz und Liebe zum szenischen Detail. Unerbittlich spricht Kramp alle Sinne seiner Leser an, bis sie die Mischung aus Motoröl und Duftbäumchen riechen, bis ihnen Maiskolben ins Gesicht peitschen.
Katharina De Mos

Bewertung:   3,8/5 Amazon

Ralf Kramp

geboren 1963 in Euskirchen, ist ein echtes Multitalent - Autor und Verleger, Veranstaltungsmanager (Krimi-Wochenenden und -Festivals) und Bibliothekar (Gründer und Leiter des "Deutschen Krimi-Archivs" in Hillesheim).
Seine Schulzeit verbrachte er im Erzbischöflichen Internat in Bad Münstereifel und fiel dort schon bald mit verdächtigen „kriminellen“ Inhalten in selbstverfassten Geschichten auf. Karikaturen der Lehrer fanden sich in jeder Ecke seiner Schulbücher.
Nach einer Ausbildung als Maler und Lackierer machte sich Kramp als Karikaturist selbstständig, zeichnete als freier Mitarbeiter für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ zahllose Karikaturen und entwarf Karnevalswagen für den Kölner Rosenmontagszug.

1996 veröffentlichte Kramp seinen ersten Kriminalroman "Tief unterm Laub". Dies wäre nie geschehen, wenn ihn das gütige Schicksal nicht mit Jacques Berndorf zusammengeführt hätte, dem Meister des Eifelkrimis.
Seither erscheint jedes Jahr mindestens ein neues Buch. Die Handlungsorte sind größtenteils in der Eifel zu finden, Kramps "Markenkern" bei Büchern und Kurzkrimis ist der schwarze Humor.
Sein Lieblings-Protagonist heißt Herbie Feldmann, ein rundsympathische aber gleichwohl glücklose Held, der mit einem unsichtbaren Begleiter namens Julius geschlagen ist, und der von einem Kriminalfall in den nächsten hineinstolpert.


*** Schleiden ***

liegt in der Eifel im Kreis Euskirchen im südwestlichen Zipfel von Nordrhein-Westfalen. Die Kleinstadt (gut 13.000 Einwohner) hat zwei bedeutende Humanisten hervorgebracht, Johannes Sleidanus sowie Johannes Sturm, und war von 1829 bis 1971 Kreisstadt des eigenen Landkreises Schleiden, bis sie diesen Status im Rahmen einer kommunalen Neugliederung abgeben musste. Spät - aber nicht zu spät - hat sie sich für diesen Verlust revanchiert und nennt sich seit den zweitausender Jahren »Hauptstadt des Nationalparks Eifel«.

Die Grafen von Schleiden

Angesichts einer glanzvollen Geschichte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, von der noch ein imposantes Schloss (mit empfehlenswertem Restaurant) und die Schlosskirche zeugen, ist das zweifellos angemessen: So war Schleiden Mittelpunkt einer eigenen Grafschaft und Bestandteil des Herzogtums Luxemburg.

Industrie-Pionier

Die Nordeifel zeichnet sich durch bedeutende Erzvorkommen aus, die bereits Kelten und Römer angegraben haben. So konnten sich im Schleidener Tal bereits im 19. Jahrhundert eine Reihe metallverarbeitender Unternehmen ansiedeln, von denen die meisten jedoch im Laufe der Zeit ins Ruhrgebiet abgewandert sind. Dort war zwar kein Eisenerz, aber eine Menge Kohle zu holen, und die Infrastruktur auf dem Wasserweg (Rhein und Ruhr) und bei den Bahnanschlüssen deutlich besser ausgebaut.

Bahnromantik

Am Bahnhof Schleiden hielt die Oleftalbahn (Kall – Hellenthal); der regelmäßige Personenverkehr wurde jedoch 1981 durch die Deutsche Bundesbahn eingestellt. Seit 2006 wird der Verkehr privatwirtschaftlich als Museumsbahn in der Sommersaison weiterbetrieben, mit der Saison 2008 von der Rhein-Sieg-Eisenbahn. Ab 2010 verkehren die Züge wieder bis zum Endbahnhof Hellenthal, dabei kommt ein historischer MAN-Schienenbus zum Einsatz. So kann der Nationalpark Eifel auch per Bahn erreicht werden (Umsteigen in Kall) - was den Erlebniswert noch einmal steigert.

Bewertung:   4,5/5  Tripadvisor


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